Praktikumsbericht Der Nordschleswiger in Dänemark

von Maylin A.

Mein 3-monatiges Auslandspraktikum habe ich in der Redaktion von Der Nordschleswiger, der deutschen Tageszeitung in Dänemark, gemacht. Der Fokus lag hier auf der Berichterstattung für die Online- und Printausgaben des Nordschleswigers. Im laufe meines Praktikums lernte ich die vielfältigen Aufgaben in einer Redaktion kennen und verfasste Beiträge verschiedenster Art. Neben Kurzmeldungen, Kommentaren, Nachrichten und Beiträgen für die Sonderbeilagen der Zeitung, habe ich auch Reportagen geschrieben und über kulturelle Veranstaltungen berichtet. 

Hierzu habe ich im Voraus selbstständig Recherche betrieben und Interviews vorbereitet, die ich dann bei den Veranstaltungen vor Ort mit den Interviewpartnern durchgeführt habe. Vor Ort Fotos zu machen und diese dann zu bearbeiten und in meine Beiträge zu integrieren, gehörte ebenfalls zu meinen Aufgaben. Neben eigener Recherche zählte auch das Aufarbeiten von Online-Informationsmaterial zu meinen Aufgaben, zum Beispiel das Bearbeiten von Pressemitteilungen, die ich für die Veröffentlichung im Nordschleswiger umgeschrieben habe. Eine weitere Aufgabe war es, in regelmäßigen Abständen Korrektur-Arbeiten zu übernehmen, also die Beiträge der anderen Mitarbeiter zu sichten, gegebenenfalls zu verbessern und den Kollegen dann eine Rückmeldung zu geben. Während meiner Zeit in der Redaktion hatte ich auch die Möglichkeit, an einer Fortbildung zum Thema ,,Feedbackgeben-Feedbackannehmen“ teilzunehmen und übernahm im Rahmen einer Berichterstattung bei einer Veranstaltung die Rolle eines Jurymitglieds bei einem Malwettbewerb.

In meinem Praktikum habe ich nicht nur den journalistischen Alltag in einer Redaktion und das Schreiben von verschiedenen Text-Genres kennengelernt, sondern auch viel über das leben der deutschen Minderheit in Süddänemark erfahren. Ein Großteil der Veranstaltungen, über die ich berichtet habe, wurde vom Bund Deutscher Nordschleswiger(BDN), der Dachorganisation der deutschen Minderheit in Dänemark, organisiert. Durch die enge Vernetzung des  Nordschleswigers und des BDN erfuhr ich viel über die Arbeit für die Minderheit und wie diese organisiert wird. Darüber hinaus konnte ich in meinem Praktikum daran arbeiten, mir meine Aufgaben und die Zeit, die mir dafür zur Verfügung stand selbst sinnvoll einzuteilen und lernte auch, qualitativ gute Texte unter Zeitdruck zu verfassen.

Eine weitere wichtige Sache, die ich als Erfahrungswert aus meinem Praktikum mitnehme, ist die Recherchearbeit. Journalistische Recherche war Neuland für mich und mit der Zeit konnte ich mir einige Strategien, sowohl zu Informationsbeschaffung als auch zum Vorbereiten und Durchführen von Interviews aneignen. Da die Informationsbeschaffung, das Durchführen von Interviews und das Besuchen von Veranstaltungen oft von der Corona-Situation erschwert wurde, habe ich zudem auch hier gelernt, alternative Strategien zu entwickeln, um am Ende die Berichte so schreiben und veröffentlichen zu können, wie ich es vorher geplant hatte. Selbstständiges Arbeiten ist zudem eine der Fähigkeiten, die ich während meines Praktikums weiter ausbauen konnte, denn aufgrund von Corona war die Redaktion oft nur mit sehr wenigen Mitarbeitern besetzt, sodass ich die meiste Zeit allein gearbeitet habe. Dennoch konnte ich auch Erfahrungen in Bezug auf Teamarbeit sammeln, da in der Redaktion täglich Online-Konferenzen stattfanden, in denen alle Mitarbeiter gemeinsam den Aufbau der aktuellen Zeitung geplant und besprochen haben. 

Praktikumsbericht Goethe-Institut Schweden

von Annabell S.

Das Goethe-Institut ist das international tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Es fördert die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland und pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit. Aus diesem Grund kam mir das Goethe-Institut auf der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz sofort in den Sinn.

Am 01.09.2020 begann ich mein 3-monatiges Praktikum im Kulturprogramm im Goethe-Institut in Stockholm. Die Abteilung Kulturprogramm ist für die Konzeption und praktische Ausgestaltung der deutsch-schwedischen kulturellen Zusammenarbeit zuständig. Neben Kulturveranstaltungen in den eigenen Räumlichkeiten – dazu zählt ein Auditorium und eine Bibliothek – unterstützt das Goethe-Institut ebenfalls Projekte in Schweden aus den Bereichen Film, Musik, Theater und Tanz, Bildender Kunst, Philosophie, Wissenschaft und Zeitgeschehen mit Deutschlandbezug. Der Schwerpunkt liegt dabei auf zeitgenössischer Kunst und Kultur.

Nach einer anfänglichen Einarbeitung in die Arbeit der Programmarbeit war ich aktiv an der Organisation verschiedener Veranstaltungsformate involviert, dazu gehörte unter anderem ein zweiwöchig stattfindender ‚Filmklubb‘, der je nach thematischen Schwerpunkt Filme aus Deutschland oder mit Deutschlandbezug zeigte. Zu meinen Hauptaufgaben zählte insbesondere die Fachrecherche zur Vorbereitung zukünftiger Veranstaltungen – inhaltlich oder in Bezug auf die Auswahl von Künstlern und Referenten. Auch kleinere Übersetzungsaufgaben, die Verfassung von redaktionellen Inhalten für die Webseite sowie die technische und logistische Vorbereitung der Veranstaltungen im Haus fiel in meinen Zuständigkeitsbereich. Darüber hinaus konnte ich an den Planungssitzungen für das Programm 2020/2021 teilnehmen, durch die ich wertvolle Einblicke in die organisatorische Arbeit und die Finanzierung des Kulturprogramms erhalten konnte. Aufgrund der schwierigen Corona-Situation und der damit einhergehenden Einschränkungen für den Publikumsverkehr konnten die Präsenzveranstaltungen nur mit verringerter Publikumsanzahl stattfinden; Anfang November musste das Goethe-Institut leider ganz für den Publikumsverkehr schließen. Trotzdem organisierte das Goethe-Institut weiterhin eine Reihe von digitalen Veranstaltungen. Beispielsweise war ich an der Organisation eines digitalen Kurzfilmabends und der Paneldiskussion ‚Erzähle mir von Europa‘ beteiligt – ein Projekt des Goethe-Instituts, gefördert mit Sondermitteln des Auswärtigen Amts zur deutschen Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union 2020.

Zusätzlich zur kulturellen Programmarbeit gibt es im Goethe-Institut die Abteilung Information & Bibliothek, welche für Durchführung der Kulturprogramme im Bereich Literatur zuständig ist. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Kulturprogramm habe ich ebenfalls Einblicke in die deutsch-schwedische Literaturszene und die Informationsarbeit erhalten. Dazu zählte die Arbeit in der Bibliothek und das Verfassen zielgruppenspezifischer Inhalte für die sozialen Medien des Goethe-Instituts Schweden. Eine Aufgabe von mir war, die wöchentlichen Kulturtipps für den Instagram-Kanal zu sammeln und visuell zu gestalten. Auch in den dritten Bereich des Goethe-Instituts konnte ich hineinschnuppern: die Bildungskooperation Deutsch und Sprachkurse, bei welchen ich beispielsweise als Prüfungsaufsicht aushelfen konnte.

Insgesamt habe ich einen guten Überblick über die Konzeption, die Ziele und die Instrumente der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands erhalten, für die das Goethe-Institut als Mittlerorganisation in Schweden im Verbund mit den anderen Goethe-Instituten in der Region Nordwesteuropa zuständig ist. Außerdem konnte ich wertvolle Erfahrungen in den verschiedenen Arbeitsbereichen und -methoden des Goethe-Instituts sammeln, auch wenn durch die Corona-Pandemie einiges anders lief als zuvor und einige neue Arbeitsmethoden und Kommunikationskanäle gefunden werden mussten. 

Praktikumsbericht Mallorca Zeitung

von Jula H.

Dem Flensburger Schietwetter entfliehen und einige Wochen auf Mallorca verbringen? Diese Möglichkeit habe ich Anfang 2019 genutzt und mein Auslandspraktikum bei der Mallorca Zeitung absolviert. Die Redaktion hat ihren Sitz im schönen Palma, wo ich für die Zeit des Praktikums in einem WG-Zimmer gewohnt habe. Die Mallorca Zeitung erscheint einmal wöchentlich. Das Team ist recht klein und besteht fast ausschließlich aus Deutschen. Es ist auf jeden Fall von Vorteil Spanisch sprechen oder zumindest verstehen zu können und hat mir persönlich sehr geholfen. Ansonsten funktioniert das meiste auch auf Deutsch oder bei Interviews teilweise auf Englisch.

Innerhalb der ersten Tage hat mich der Chefredakteur direkt losgeschickt zu einem Außentermin: Die Fußballer des 1. FC Köln waren im Trainingslager auf der Insel und auch einige Mitglieder des Fanclubs sind mitgereist. Ich habe Fanstimmen eingefangen und über die Atmosphäre am Spielfeldrand berichtet. Jede Woche habe ich ein bis zwei größere Artikel verfasst und dafür eigenständig recherchiert, Interviews gehabt und bin auf der Insel unterwegs gewesen. Die Themen wurden in der Wochenkonferenz festgelegt, teilweise habe ich eigene Vorschläge eingebracht, andere Themen wurden an mich verteilt. Zum Beispiel habe ich verschiedene Anbieter von E-Rollern in Palma getestet, die Besitzerin eines Reiseposter-Ladens interviewt, mir das Sortiment eines Unverpackt-Ladens für Putzmittel angeschaut oder eine Reportage über das Besucherzentrum des Cabrera Nationalparks geschrieben. Eine ganz besondere Herausforderung war eine 24h-Reportage, was mit 50 Euro auf Mallorca alles so möglich ist. Dafür war ich zusammen mit einem Video-Reporter unterwegs. Wir haben die MZ-Leser während dieser Zeit über Facebook-Live auf dem Laufenden gehalten und für das Experiment habe ich sogar eine Nacht im Hostel verbracht. Die Ergebnisse sind nun als Scrollytelling verfügbar.

Wenn ich gerade nicht an einem Artikel geschrieben habe, wurde der Veranstaltungskalender der MZ von mir aktualisiert. Außerdem fielen zwischendurch kleinere Aufgaben an, wie zum Beispiel Texte aus der Ausgabe für den Onlineauftritt aufzubereiten, mal einen Wettertext zu verfassen oder den Social Media Auftritt zu verwalten.

Neben den journalistischen Erfahrungen – ich habe für jeden Text Tipps und Verbesserungsvorschläge bekommen – habe ich während meines Praktikums nützliche Programme wie das Redaktionssystem, ein verlagseigenes Content Management System sowie den Umgang mit Google Maps kennengelernt.

Das Praktikum bei der MZ hat mir journalistische Kenntnisse im Print wie auch im Onlinebereich gebracht und das eigenständige Arbeiten gefordert. Außerdem konnte ich meine Spanisch Kenntnisse nutzen und verbessern. Ich kann die MZ als Praktikumsgeber nur empfehlen. Neben der Förderung durch Erasmus habe ich außerdem ein kleines Taschengeld erhalten.

Praktikumsbericht Møre og Trøndelag Guideservice

von Mats M.

Zwischen meinem zweiten und dritten Fachsemester im Masterstudium Kultur-Sprache-Medien bot sich mir die Chance, ein Praktikum im Tourismussektor anzunehmen – und das im mittelwestnorwegischen „Fjordland“. Ich bekam ein Praktikumsplatz bei der Firma „Møre og Trøndelag Guideservice“, die insbesondere Tagesausflüge für Kreuzfahrtschiffe plant sowie deren logistische Durchführung organisiert.

Während der Sommersaison 2019 habe ich sowohl als Guide, als auch als Dispatcher an vielen verschiedenen Destinationen in den Regionen Møre og Romsdal, Sogn og Fjordane, und Trøndelag gearbeitet. Mit ca. 50 verschiedenen Touren, die wir in der gesamte Region angeboten haben, konnte – und musste – ich mir als Guide zunächst einmal ausführliche Kenntnisse über die gesamte mittelwestnorwegische Region aneignen. Dies bedeutete für mich vorerst eine sehr detaillierte Auseinandersetzung mit den verschiedensten Sehens-würdigkeiten aber auch mit den geographischen und kulturellen Besonderheiten.

Die Touren, die ich guiden durfte, konnten unterschiedlichen nicht sein: von kurzen Kaffeefahrten über 10 Stunden lange Überlandfahrten im Bus bis zu strapaziösen Wanderungen im Gebirge war alles dabei – was für einen sehr abwechslungsreichen Alltag gesorgt hat. Während der Touren war besonders der persönliche Umgang und der zwischenmenschliche Kontakt mit den Reisenden sehr spannend und hat mir viel Freude bereitet. Da ich auf Deutsch, Englisch und Norwegisch Reisen geleitet habe, konnte ich meine Sprachfähigkeiten weiter ausbauen und festigen. Besonders für die Ausflüge der Hurtigruten von Kristiansund nach Molde und von Geiranger nach Molde musste ich Touren dreisprachig guiden und daher häufig zwischen diesen drei Sprachen hin und her wechseln.

Durch die teils sehr weit entfernten Destinationen ergaben sich in der Sommersaison sehr lange Arbeitswege und Arbeitszeiten, die häufig von 4 Uhr morgens bis 10 Uhr abends gingen. Die Tatsache, dass mir diese Tage die Fähigkeit abverlangten, besonders arbeitsintensive und anstrengende Zeiten die Stirn zu bieten – und dem Kunden dabei immer freundlich und entspannt gegenüber zu bleiben –, wurden durch die langen Sommernächte und dem nahen und intensiven Kontakt mit einem der wohl schönsten Naturregionen Europas kompensiert.

Neben dem Guiden habe ich vor allem als Dispatcher arbeiten dürfen. Hierbei steht die Koordinierung und logistische Umsetzung aller geplanten Touren an einem Einsatzort als Aufgabe. Als einzige physisch präsente Person der Organisiatoren solcher Touren, steht man einer sehr großen Verantwortung und einem großen Druck gegenüber. Da an solchen „Shore Excursions“ mehrere Firmen und Subunternehmer beteiligt sind, muss man – insbesondere bei ungeplanten Vorkommnissen – als Dispatcher zwischen verschiedenen Parteien, Interessen vermitteln können und Stress- und Notsituationen managen: Dafür bedarf es ein manches Mal enormer Flexibilität und Spontanität. Bei Ausfällen, Unfällen oder organisatorischen Problemen galt es eine schnelle Lösung zu finden und dabei im direkten Kontakt mit Menschen mit unterschiedlichen Interessen und kulturellen Hintergründen zu stehen und als Kontaktperson, für sowohl Busfahrer, Guides, Crewmitglieder als auch Organisatoren sowie Gästen zu vermitteln und zu schlichten. Die Verantwortung, die man als einzige ausführende Person am Kai hat verlangt ein schnelles leistungsorientiertes Arbeiten und hohe Kommunikationsfähigkeiten.

Das Praktikum hat mir sehr viel Spaß bereitet und einen tiefen Einblick in die unterschiedlichsten Bereiche in der Tourismusbranche sowie in die norwegische Geschichte gegeben. Neben vielen persönlichen Erlebnissen mit anderen Menschen habe ich auch viel über mich selbst lernen können.

Praktikumsbericht Museo Diocesano e del Codex

von Chia-Yu H.

Erasmus +

As a student coming from Asia, the Erasmus system is one of the things I appreciate the most in Europe. Students have many options and support from universities to experience education, culture, life and food in different countries. Therefore, when I was planning for the internship required by my master program, I went for Erasmus+ opportunities. I applied for the internship in Italy as a museum assistant, so I could learn the language at the same time.

The Forgotten Place

South Italy, especially region Calabria, is regarded as a forgotten place in Italy even by Italians, which motivated me even more to visit it. I wanted to learn Italian, and being in a place where people don’t speak English is definitely a plus.

The summer in Museo Diocesano e del Codex was a special experience I am grateful for. The main task for me was doing guided tours in English, German and Mandarin. During my internship, one of the tasks was translating the brochure into Mandarin from English and the subtitle of the introduction video from English into German. When there were activities and exhibition in the museum, I helped out for the organization and promotion.

It was interesting to see that most visitors besides Italians are Germans. They were always surprised that an Asian girl who studies in Germany is doing an internship in Italy and runs guided tours in German, and I felt encouraged every time when I received positive responses. Everyone was friendly and supportive.

Daily Rossano

The tempo of lifestyle is slow and relaxing in Rossano. You can always see old people sitting at the square park and people dining from 21:00 until midnight. They are satisfied with what they have.

The working time of the museum is from 9:30 to 12:30, we have then 4 hours rest and go back to work from 16:00 to 18:00. Besides work, we tend to cook together or go to the seaside with other interns. We definitely learnt a lot from each other by sharing our experiences, talking about our hometowns and cooking for one another.

In October when the museum was not that busy, I also got chances to travel around the region. Traveling in the southern Italy is honestly not convenient with public transportation, and there are some information only the locals know. Nonetheless, I was so fascinated by the nature and cultures, and would still try to find a way to visit the forgotten part they called.

What I Learnt from Italians

Rossano is such a place where you could enjoy pure happiness. Life is simple and sometimes you forget how fast time could fly. When this internship came to an end, I felt lucky to have experienced to have a visit in a such a unique place. I felt motivated by seeing some Rossano people who used to work and study abroad, came back to their origin to help their hometown develop. There must be a strong love for their land and I was touched by their contribution. I also felt fulfilled in being able to communicate with the locals, helping manage in the museum, and getting to know myself better through work. Doing an internship is not all about the work experiences, it allows me to understand what kind of lifestyle I want.

Praktikumsbericht Universidade Federal de Minas Gerais

von Leonie H.

Zufällig lief mir Ende letzten Jahres im Romanischen Institut, wo ich damals einen HiWi-Job hatte, ein deutscher Professor über den Weg, der mir von seiner brasilianischen Uni vorschwärmte. Innerhalb von 1 Woche war dann alles geklärt. Ich würde mein Auslandspraktikum im Office for International Affairs an der Universidade Federal de Minas Gerais in der 3-Millionen-Einwohner-Stadt Belo Horizonte in Brasilien absolvieren. Ich sprach zwar kaum ein Wort Portugiesisch, aber was soll´s: Auf ins Abenteuer.

In Belo Horizonte wurde ich in einem Studentenwohnheim untergebracht, in dem außer mir und vielen brasilianischen Studierenden auch die Austauschstudis wohnten. Das Office for International Affairs gliederte mich schnell in alle Programme für die Internationalen Studierenden ein. Auf Anhieb fand ich Anschluss. Zudem wurde mir auch mein brasilianischer Buddy zugeteilt, die nur Portugiesisch sprach und mich während meines 3-monatigen Aufenthalts in die brasilianische Kultur einführte. Dazu gehörten beispielsweise afrobrasilianische, traditionelle Riten oder auch der Karneval, die verrückteste Feier meines Lebens. Der Spaßfaktor ist in Brasilien also nicht zu kurz gekommen.

Im Office versuchte ich mich zunächst auf Englisch, bald auch auf Spanisch durchzuschlagen. Ich arbeitete in einer Projektgruppe an der Erneuerung der Webseite und sollte Informationen von allen verschiedenen Sektoren einholen. Obwohl ich mit dieser Aufgabe ganz schön an meine Grenzen geführt wurde, schenkte sie mir von Beginn an Einblicke in alle Bereiche. Zudem lernte ich jeden Mitarbeiter in einem langen Gespräch persönlich kennen und mir wurde klar, dass an Portugiesisch kein Weg vorbeiführen würde. Ich wurde zum Sprachkurs für die internationalen, spanischsprachigen Studierenden zugelassen und lernte innerhalb von 3 Wochen alles Nötige, um mich die weitere Zeit auch mit meinen nur Portugiesisch sprechenden Kollegen unterhalten zu können.

Dadurch, dass ich für jeden Sektor zur Verfügung stand, hatte ich eine bunte Mischung an Aufgaben: Die Vorbereitung der Einführungswoche für die Austauschstudis, die Übersetzung des Abkommens mit deutschen Partneruniversitäten, die Transkription des Eröffnungsvortrags von Celso Amorim, eines ehemaligen und sehr beliebten Außenministers Brasiliens, den er bei der letzten Summer School an der UFMG gehalten hatte, die Teilnahme an Auswahlverfahren für Stipendien und selbstverständlich weiterhin die Mitarbeit an der Neustrukturierung der Webseite. Darüber hinaus hielt ich doch tatsächlich mehrere Präsentationen zu Möglichkeiten zum Auslandsstudium sowie die Begrüßungsrede für die Internationalen Studierenden auf Portugiesisch und erklärte mich zu einem Live-Interview im Uni-Radio bereit. Im Nachhinein irgendwie super verrückt wie schnell ich mich zumindest auf einem grundlegenden Niveau auf Portugiesisch ausdrücken konnte.

Total schön war die Atmosphäre im von mir angebotenen Deutsch-Konversationsclub. Die brasilianischen Studierenden, die gerne in Deutschland studieren oder arbeiten wollen, konnten ein wenig Sprachpraxis sammeln und etwas über die Eigenheiten der deutschen Kultur erfahren. Mehrere geplante Events beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem DAAD kamen durch Corona leider nicht mehr zustande. Trotzdem war es spannend, aufgezeigt zu bekommen, wie vernetzt und präsent Deutschland in Brasilien ist und welche Interessen zum Austausch auf beiden Seiten bestehen.

Das Tollste an meinem Praktikum war für mich die Zusammenarbeit mit meinen brasilianischen Kollegen, die mir teils wirklich sehr ans Herz gewachsen sind, sowie der Einblick in die brasilianische Arbeitswelt. Kulturell bedingt läuft vieles doch sehr anders ab als in Deutschland. Ich habe es total genossen, diese Unterschiede wahrzunehmen und mich in diesen neu aufgesteckten Räumen auszuprobieren und später dann auch ganz natürlich zu bewegen.

Praktikumsbericht Isager Aps

von Sieke D.

Ich habe in zwei aufeinanderfolgenden Sommern jeweils ca. vier Wochen in der dänischen Firma Isager Aps / Tversted Skole gearbeitet. Isager Aps ist eine Garnfirma, die weltweit Naturgarne vertreibt. Die Besitzerin Marianne Isager ist eine weltweit bekannte Strickdesignerin und auch viele andere international bekannte Strickdesigner/Innen arbeiten mit den Garnen von Isager. Vielen von ihnen stammen aus Skandinavien, aber auch besonders in den USA sind die Garne sehr beliebt und bekannt. Die kleine Firma hat ihren Hauptsitz in den nordjütischen Küstenort Tversted. Dort sind Administration, Großhandel und ein Laden in Sichtweite voneinander angesiedelt. Untrennbar mit der Firma Isager Aps verbunden ist die Tversted Skole. Nachdem die Schule von Tversted 2015 für den Schulbetrieb schließen musste, kaufte Isager die Räumlichkeiten, in denen anschließend Administration und Lager Raum fanden. Die alten Klassenräume werden als Werkstätten an Künstler vermietet und es finden regelmäßig Kulturveranstaltungen und im Sommer Workshops unterschiedlichster Art auf dem Gelände der Tversted Skole statt. Ein Gebäude der ehemaligen Schule wurde zu Gästehaus umfunktioniert, in dem z. B. Kursteilnehmer während ihres Aufenthaltes übernachten können. Während meiner Zeit in Tversted habe ich gemeinsam mit Gästen aus aller Welt in diesem Haus gewohnt.

Meine Aufgaben waren unglaublich vielfältig. Zu Beginn habe ich viel Zeit in der Administration verbracht und dort z. B. geholfen Bestellungen an die Zwischenhändler zu bearbeiten. Außerdem durfte ich dänische Strickanleitungen und Newsletter ins Deutsche übersetzen. Wenn Hilfe im Laden benötigt wurde, war ich auch dort zur Stelle und konnte besonders mit deutschen Touristen helfen.

Im Laufe der Zeit habe ich dann immer mehr Aufgaben übernommen, die eher mit der Einrichtung Tversted Skole zu tun hatte. So habe ich z. B. die Ausstellung einer japanischen Künstlerin in der eigenen kleinen Galerie betreut. Dabei habe ich dann Besucher über die Künstlerin, ihre Werke und ihre Inspiration informiert, aber auch über das Projekt Tversted Skole, das in dem Sommer zum ersten Mal Gäste empfangen hat. Außerdem wurde ich als Nordtjütlandguide eingesetzt und habe z. B. eine Kursleiterin aus England an ihrem freien Tag durch Nordjütland begleitet und ihr Kultur – und Naturlandschaft Nordjütland gezeigt. Eine andere ganz besondere Aufgabe war die Vorbereitung und Durchführung eines japanischen Dinners für knapp 20 Personen. Dies habe ich gemeinsam mit der japanischen Künstlerin, die auch ihren Sommer in Tversted verbrachte, übernommen. Wir verbrachten einen gesamten Tag in der voll ausgestatteten modernen Großküche der ehemaligen Schule und haben zu zweit Sushi und eine Vielzahl an unterschiedlichsten japanischen Köstlichkeiten für 20 Personen vorbereitet.

Während meines zweiten Aufenthaltes habe ich hauptsächlich das kleine Café betreut, das dem Laden angeschlossen ist. Das Besondere dort war, das ich neben dänischen und deutschen Gästen auch sehr viel mit norwegischen Besuchern zu tun hatte, was meine Sprachkenntnisse nochmal um einiges verbessert hat.

Praktikum: Arolsen Archives

von Elisa O.

Für einen Besucher und Nutzer unerwartet befinden sich die Arolsen Archives, ein internationales Dokumentationszentrum über NS-Verfolgung, in der Kleinstadt Bad Arolsen in Nordhessen. In den Arolsen Archives befindet sich das umfassendste Archiv der Welt zur NS-Verfolgung, Teile der Sammlung sind seit 2013 Bestandteil des UNESCOWeltdokumentenerbe. Den Namen trägt die Institution jedoch erst seit dem 21. Mai 2019, vorher war sie als International Tracing Service (ITS) bekannt, wo ich im Januar 2019 das halbjährige Praktikum in der Stabsstelle Public Relations begann.

Die Geschichte der Arolsen Archives begann bereits während des Krieges, als die Alliierten versuchten, durch Suchlisten vermisste und verschleppte Personen zu finden. Daraus entstand 1948 der International Tracing Service (ITS), die Vorgängerinstitution der Arolsen Archives, die noch heute aus aller Welt jährlich rund 20.000 Anfragen zu verschleppten und in Konzentrationslager inhaftierten Menschen erhalten. Seit 2007 ist das Archiv der Forschung und Öffentlichkeit zugänglich. Heute gibt es eine Vielzahl an Projekten, die das öffentliche Gedenken und Erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus fördern und auch Bildungseinrichtungen durch pädagogische Materialien ansprechen. Im Online-Archiv kann man in 26 Mio. Dokumenten nach Personen durchsuchen und durch das Projekt „Jeder Name zählt“ kommen immer neue Dokumente hinzu. Die Ausstellungen „#StolenMemory“ und „Ein Denkmal aus Papier“ zeigen, welche Bedeutung die Institution und ihre Bestände haben.

Blick in die Archivräume und die Datenbank mit gescannten Dokumenten.
Quelle: ITS Photo Collection, Arolsen Archives

Meine Aufgabe innerhalb der PR-Stabsstelle bestand zunächst im Schreiben kleinerer Texte, meist für die Social Media Kanäle wie Facebook und Twitter. Immer mehr übernahm ich die Bildredaktion, um für Beiträge Bilder auszuwählen. Ein großer Fokus lag während des Praktikums auf dem Rebranding-Prozess vom ITS hin zu den Arolsen Archives und dem Aufbau der neuen Website der Institution. Einen Großteil der Website habe ich gemeinsam mit meinen Kollegen eingepflegt und auch dort die Bildredaktion übernommen. Weitere
wichtige Punkte waren das Arbeiten und Veröffntlichen des Jahresberichts 2018 und die Organisation der PR-Arbeit bei der in Arolsen stattfindenden Konferenz „65. Bundesweites Gedenkstätten-Seminar“ zum Thema Digitalisierung im Juni 2019, bei der rund 200 Mitarbeiter verschiedener Gedenkinitiativen teilnahmen.

StolenMemory-Ausstellung in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte IJBS in Oświęcim/Auschwitz
Quelle: ITS Photo Collection, Arolsen Archives

Ein Jahr nach Beendigung des Praktikums arbeite ich immer noch dort, jetzt als Werkstudentin, und schreibe nebenbei meine Masterarbeit, die sich mit der Geschichte des ITS vor der Wiedervereinigung beschäftigt. Meine Aufgabe ist weiterhin die Bildredaktion, aber zunehmend arbeite ich auch an der Durchführung von Projekten mit und habe dort ein interessantes Feld gefunden, wo ich die Geschichte an die Öffentlichkeit weitergeben und mit neuen Formaten und Vermittlungswegen die Schicksale der einzelnen Menschen aufleben lassen kann.

Praktikumsberichte Handmadekultur & Redacción Atómica

von Julia L.

Ich habe mich entschieden, im Praxismodul zwei kleinere Praktika, davon eins in Deutschland und eins in Spanien, zu absolvieren. Im Januar 2019 war ich für sechs Wochen Praktikantin bei Handmadekultur, einem online Kreativmagazin wo sich alles um das Thema Nähen und DIY dreht. Meine Aufgaben in diesem Praktikum waren sehr vielseitig; ich habe unter anderem eine Bloggerin interviewen dürfen, Rezensionen über verschiedene Bücher verfasst und als eigenes Projekt ein Videotutorial konzipiert und mit durchgeführt. Zudem konnte ich bei einem Fotoshooting, sowie beim Lektorat eines anderen Kreativmagazins assistieren.

Mein Auslandspraktikum hat mich ein Jahr später nach Valencia in Spanien geführt, wo ich für sechs Wochen als Praktikantin bei der Redacción Atómica war. Die Onlineredaktion beschäftigt sich mit der valencianischen Musik- und Kulturszene. Meine Aufgabe bestand im Wesentlichen darin, verschiedene Veranstaltungen, wie zum Beispiel Konzerte oder Vorträge zu besuchen und im Anschluss einen Bericht darüber zu verfassen (auf Spanisch natürlich), welcher dann auf der Internetseite veröffentlich wurde. Dadurch habe ich nicht nur meine Spanischkenntnisse enorm verbessern können, sondern auch einen Einblick in die spanische Kulturszene bekommen.

Praktikum beim Bund Deutscher Nordschleswiger und beim Deutschen Jugendverband für Nordschleswig in Apenrade

von Lisa E.

Bereits im Frühling 2019 machte ich mein kleines Auslandspraktikum beim Bund Deutscher Nordschleswiger und beim Deutschen Jugendverband für Nordschleswig in Apenrade. Für kurze fünf Wochen half ich vor allem bei der Organisation des alljährlichen Knivsbergfests (das kulturelle und sportliche Jahresfest der deutschen Minderheit in Dänemark) mit, was am letzten Wochenende meines Praktikums stattfand. Meine Hauptaufgabe war die „Offene Bühne“ und die Kommunikation mit den Musikern und die Planung derer Auftritte. Nebenbei durfte ich aber auch Aufsteller designen, kurze Artikel für die Zeitung schreiben und bei der Organisation vor Ort auf dem Knivsberg helfen. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, eigenständig arbeiten zu können und Verantwortung zu tragen.

Als ich dann die Möglichkeit hatte, ab Februar 2020 erneut ein etwas längeres Praktikum dort anzutreten, um hauptsächlich bei der Organisation des LIET 2020 Contest (Songcontest für Regional- und Minderheitensprachen) zu helfen, habe ich diese gerne ergriffen, da ich die Arbeitsatmosphäre und den Arbeitsalltag sehr positiv in Erinnerung behalten habe und diese gerne für eine längere Zeit (3 Monate) erleben wollte. Die Hauptaufgabe dieses Praktikums war en Projektmanagement im Kulturbereich des BDN sowie eigenständige Planung und Nachbereitung von verschiedenen Kulturevents, da das Jahr 2020 das 100-jährige Jubiläum der Deutschen Minderheit in Dänemark markiert,  wodurch ich bei verschiedenen Veranstaltungen helfen konnte. LIET 2020 musste aufgrund der Corona Krise leider abgesagt werden, was mir dann Einblicke in Krisenmanagement gab (u.a. Abwicklung abgesagter Veranstaltungen, Kommunikation mit betroffenen Akteuren etc.). Fundraising und Administration von Projektmitteln, redaktionelle Arbeit  und Vor- und Nachbereitung von Sitzungen – u.a. des BDN Kulturausschusses und des BDN Kulturkoordinationsausschusses  waren einige der Aufgaben, die neben dem LIET Contest in meinen Bereich fielen. Meine Zeit beim BDN und DJN hat mir viel gebracht und ich habe viel gelernt. Ich würde es jedem empfehlen, der sich für Projektmanagement im Kultur- oder Sport- und Freizeitbereit interessiert und selbstständig arbeiten möchte. Ich wurde von Anfang an integriert und ich hatte das Gefühl, dass meine Meinung zu bestimmen Fragen geschätzt wurde.