5 Fragen an Therese Weinhonig

Name: Therese Weinhonig

Arbeitgeber und Ort: Nordsee-Akademie in Leck und Internationale Jugendbildungsstätte Scheersberg 

Jobbezeichnung: Bereichsleitung ‚Politische Bildung‘ an der Nordsee Akademie und Standortbetreuung SH für die Akademie für Kinder- und Jugendparlamente an IJB Scheersberg

KSM-Abschluss: 2020

1.  Möchtest du ein wenig über deine Zeit in Flensburg und im Masterstudiengang KSM erzählen?

Ich habe den Master in Flensburg sehr genossen, unter anderem auch wegen der recht kleinen, familiären Größe des Studiengangs. Zuvor hatte ich im Bachelor an der Uni Kiel Ethnologie und Germanistik studiert und kannte deshalb nur größere Studiengruppen, aber in KSM wächst man schnell zusammen und kann tolle Freundschaften schließen. Überhaupt erst entschieden für den Master KSM habe ich mich einerseits wegen der Stadt und der Lage im Norden, aber auch wegen der großen Freiheit bei der Kurs- und Schwerpunktwahl. Diese Vielfalt im Studium fand ich sehr besonders.

2. Wie sieht dein beruflicher Werdegang aus?

Ich habe bereits zu Beginn des Masterstudiums zeitgleich als Nebenjob bei der HLA Flensburg (Handelslehranstalt Flensburg) als Schul- und Nachmittagsbegleitung für minderjährige Geflüchtete gearbeitet. Dadurch bin ich immer mehr in Abläufe integriert worden und durfte irgendwann selbst Kurse in Deutsch, Mathe und auch Kulturmodule unterrichten, was ich richtig toll fand. Zwar hat mir an sich die pädagogische Grundlage gefehlt, um Deutsch als Zweitsprache zu unterrichten, aber ich würde schon sagen, dass mir mein Bachelorstudium und auch KSM dabei geholfen hat, mich gut in die Aufgabe einzufinden. Nach einer Pause während meiner Schwangerschaft habe ich anschließend angefangen, an der EUF bei „ProRef“ mitzuarbeiten und zu unterrichten. Diese Stelle mündete dann nach meinem Masterabschluss in eine Festanstellung bei ProRef, doch leider rutschte ich auf Grund von Corona nach kurzer Zeit ins Homeoffice. Dennoch hat mir die Arbeit bei ProRef viel Freude bereitet. Nach Ablauf meines befristeten Vertrages wollte ich mich gerne noch einmal neu orientieren und bin somit nach Leck an die Nordsee-Akademie.

3. Wie sieht dein beruflicher Alltag aus?

Als Bereichsleitung ‚Politische Bildung‘ organisiere ich vor Ort in Leck primär Veranstaltungen zu diesem Thema und entwickle Kooperationsprojekte, z.B mit ERASMUS+. Dabei habe ich große Freiheit, den Inhalt und die ReferentInnen der einzelnen Veranstaltungen zu bestimmen und ein vielseitiges Jahresprogramm zu gestalten. Bei der Nordsee-Akademie handelt es sich um außerschulische Bildung, was bedeutet, dass nicht eine bestimmte Zielgruppe angesprochen wird, sondern die Kurse für ein vielseitiges Publikum gedacht sind. Oft bestimmen Fördergelder, beispielsweise vom Bund mit, an wen sich bestimmte Veranstaltungen richten sollen, z.B. hatten wir diesen Sommer eine politische Summer School zu den Themen Identitätskonstruktion, strukturellen Rassismus und Verschwörungstheorien für junge Erwachsene zwischen 18 und 26 Jahren. Ich bin also für die Planung und Durchführung sowie Vor- und Nachbereitung von solchen Veranstaltungen zu unterschiedlichen politischen Themen verantwortlich. Je nachdem ob ich genug fachliche Expertise mitbringe, halte ich auch selbst eigene Kurse oder suche ansonsten passende ExpertInnen. Zudem gestalte ich bis Ende des Jahres ein Planspiel zum Thema Diversitätssensibilität.

4. Helfen dir bestimmte Aspekte/Kurse/Praktika aus dem Masterstudium besonders in deinem Job?

Ich habe nicht nur inhaltliche Aspekte mit ins Berufsleben genommen, sondern durch KSM auch ein generelles Kulturverständnis und -sensibilität erlangt, was mir bereits bei dem Job an der HLA sehr geholfen hat. Mein Praktikum hatte ich im Kulturbüro Flensburg absolviert und konnte somit erste Erfahrung im Bereich Projektmanagement sammeln. Ich nehme aus KSM mit, dass es mir vor allem in Hinblick auf Kultursensibilität geholfen hat, aber auch für wissenschaftliches Arbeiten und Texte zielführend zu formulieren. Thematisch hat KSM so viel Interesse bei mir geweckt, dass auch das Kapitel Promotion für mich noch nicht abgeschlossen ist.

5. Hast du Tipps und Tricks für aktuelle KSM-Studierende?

Ich würde den Blick bei der Kurswahl nicht zu sehr einschränken auf Kurse, die einem im Lebenslauf weiterbringen, sondern auch Kurse zu belegen, die einen einfach so interessieren. Das ist eine tolle Möglichkeit, um vielleicht auch eigene neue Interessen zu entdecken und zu vertiefen. Außerdem muss man sich ja auch nicht zwingend entscheiden, sondern kann Extra-Kurse besuchen, wenn man die zusätzlichen 90 Minuten in seinen Tagesablauf integrieren kann. Ich denke man bekommt im Leben nie mehr so leicht die Möglichkeit von ExpertInnen Input zu interessanten Themen zu erhalten. Grundsätzlich sollte man einfach das „Große-Ganze“ im Blick behalten, da geht es vielleicht nicht darum immer jeden Text für jeden Kurs gelesen zu haben, sondern sich generell so umfassend wie möglich interessiert mit Themen auseinander zu setzen. Es geht um eine gesunde Balance aus Studentenleben und Kurse besuchen.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Therese Weinhonig für das tolle Interview!

von Lisa Weldishofer

A critical assessment of the approach towards languages and multilingualism in the National Education Policy 2020 in India

by Sanika Abhyankar

Since the day I started attending the seminar on ‘Language Politics, Policies and Planning’ at the University in Flensburg, I could not help but reflect upon the topics and questions discussed during classes in the context of India, my home country. With every topic discussed I became more conscious of the complex linguistic situation in India. This further led me to ponder upon and question these said language-matters. When the term ‘acquisition planning’ i.e., ‘the language-in-education planning’ came up and was discussed in class, I almost immediately thought of the National Education Policy in India which was announced in 2020, here onwards addressed as NEP 2020, and became curious to find out how this policy deals with languages in education in India.

Since India is culturally and linguistically an extremely diverse country, it provides one of the very complex contexts for language planning. The official language of the Union Government of India is Hindi in Devanagari script; English can also be used for official purposes as an additional language. According to constitutional provisions, the state governments may choose one or more languages in use in that state or Hindi as languages for official purposes within the state. The states are thus structured along linguistic lines where each state has one or more dominant language groups and several other linguistic groups of different sizes.

According to the 2011 census, there are 270 mother tongues in India spoken by 10,000 or more speakers each. Out of these 270 mother tongues, 123 come under the 22 Scheduled Languages and the remaining 147 are included in the Non-scheduled Languages category. There are of course other mother tongues spoken by less than 10,000 speakers each in the country which are classified under the particular language in the ‘Others’ category. Long story short, devising a national education policy in such a linguistically diverse and complex context is nothing less than a herculean task. 

Keeping these challenges in mind, I will take a critical approach to some provisions related to languages and multilingualism in school education in the NEP 2020 in the following text as well as consider some observations from research scholars in this field. The NEP 2020 seems in many areas too ambitious to me. There seem to be some welcome recommendations like mother tongue as medium of instruction or bilateral agreements between states to hire language teachers, at the same time, one can hardly ignore the gaps in this policy regarding implementation and regarding acknowledging challenges on the ground.

‘Mother tongue’ as a medium of instruction:

The extensive research conducted on effectiveness of schooling based on the medium of instruction shows convincing evidence for the value of including the student’s home language in school. Therefore, the very first recommendation in the NEP 2020 regarding languages in schools, which advocates the students’ mother tongues as medium of instruction at least until Grade 5 and preferably till Grade 8 and beyond, seems quite welcome with regard to this research. It still leaves me with many unanswered questions. In the following I will address 6 critical points regarding this provision:

1. The terms like ‘home language’, ‘mother tongue’, ‘local language’ and ‘regional language’ are used interchangeably and the unclear and indefinitive usage of these terms makes it difficult to understand what the policy makers actually want to convey. Given the vast and complex linguistic diversity in the varied geographical regions in India, the terms such as regional language, local language, home language and mother tongue cannot overlap in reality. However, the policy recommendations fail to acknowledge this reality.

2. The term ‘wherever possible’ appears thrice in the same paragraph leaving room for way-outs in its implementation and makes one sceptically think about the objectives of the government behind making mother tongue as medium of instruction mandatory in all schools:

‘Wherever possible, the medium of instruction until at least Grade 5, but preferably till Grade 8 and beyond, will be the home language/ mother tongue/ local language/ regional language. Thereafter the home/local language shall continue to be taught as a language wherever possible. (…) In cases where home language/mother tongue textbook material is not available, the language of transaction between teachers and students will still remain the home language/ mother tongue wherever possible.’ (NEP 2020, 4.11)

3. The story of mother tongue education does not end there, one of the recommendations also states that this will be followed by public as well as private schools. The reality, however, is that most of the private schools in India are ‘English medium’ schools and it is going to be rather a challenge for them to execute the said policy recommendation.

4. Furthermore, the policy does not acknowledge the classroom reality where there are students with diverse linguistic backgrounds and mother tongues and leaves this question unanswered: Whose mother tongue will be chosen as the medium of instruction in a class full of students having different mother tongues?

5. It is known that acquisition planning should ideally go hand in hand with ‘status planning’ (deliberate efforts to allocate new functions to languages in a particular community) which brings me to another practical concern I read in an article by Papia Sengupta, an assistant professor at Jawaharlal Nehru University Delhi. She has put forth the problem regarding documents such as essential laws, school enrolment forms, etc. not getting translated into all the scheduled languages and therefore sees the plausibility of NEP’s aspiration of education in mother tongue critically.

6. In addition to that, the insistence on mother tongue as medium of instruction should be critically considered in the light of the existing reality where English and the official languages of the respective states in India play an important role in employment opportunities in white-collar jobs.

7. There is just this one vaguely formulated statement related to tribal languages and endangered languages in the section related to languages in this policy:

 ‘Efforts to preserve and promote all Indian languages including classical, tribal and endangered languages will be taken on with new vigour.’ (NEP 2020, 22.17)

And what is more worrying? This statement does not appear in the paragraphs where the policy talks about school education. Also, there is no acknowledgement of the fact that students speaking a tribal language or a minority language are discriminated against in school. This then also led me to wonder why the policy does not specify about the provisions regarding mother tongue as medium of instruction in case of learners coming from a tribal and a minority language background.

The three-language formula and the linguistic reality in Indian schools today:

Because of failure in its implementation and its conventional approach towards multilingualism and language learning, the three-language formula in India (see below) has been criticized by many linguists and scholars. But the NEP 2020 does not acknowledge this failure and recommends its implementation further with ‘greater flexibility’ in choosing the languages to be included in the formula. Following is a tabular description to give you an idea of the formula recommendations as announced in 1968:

Languages taught in schoolStates where the majority population speaks HindiStates where the majority population does not speak Hindi
1st language Mother tongue or regional language for a period of 10 years
2nd languageEnglish or other Indian modern language (preferably from the South of India) for a period of 6 yearsHindi or English for a period of 6 years
3rd languageEnglish/A foreign language/ A modern Indian language not studied as the second language for a period of 3 years

This formula has been implemented in several states in various, often unsuccessful ways. Some of the reasons behind that are the heavy language load in school curriculum and the high cost of arranging for instruction for different languages. Moreover, the schools in the northern part of India are not motivated enough to teach languages from the South and the schools in the South have resisted teaching Hindi due to historical language debates. Therefore, it so happens that learning those three languages in schools does not account for more than just an examination ritual.

At this point I would like to share an example from my own experience with the three-language formula. I went to an English medium private school in the state of Maharashtra where Marathi is the regional language. Besides English, the medium of instruction, I also learnt Marathi (my mother tongue), Hindi and Sanskrit. I can say that I am fairly confident when it comes to my proficiency in the first two languages mentioned, not so much in case of Hindi and not at all in case of Sanskrit; I can hardly remember things related to Sanskrit taught in school. Come to think of it, Sanskrit in school was not taught in an interactive way and only for a period of three years; most of its part was just rote learning and there was also no language input outside of class, for e.g., there were no TV programs I would watch in Sanskrit, nor could I hear anyone around me speak Sanskrit. Here I think of an argument I read in an article on the draft of NEP by an emeritus Professor at Vidya Bhawan Society Udaipur, Dr. Rama Kant Agnihotri. He criticizes this obsession with the three-language formula and argues that rich comprehensible input is an essential condition for language acquisition, the absence of which makes language learning difficult and tedious in the context of formal education.

Dr. Agnihotri puts forth an interesting classroom model in place of the three-language formula which I could quickly relate to since I had read something of a similar sort when I was studying Didactics of German as a foreign language and practiced it when I taught German as a foreign language in India: working with the languages of all learners in the classroom as the basis for scientific analysis and learning a new language.

‘The advantage with language as the first window to scientific inquiry is that learners have all the data in their heads; they also in fact “know” the rules subconsciously; it is the joy of collectively unfolding them in small groups at the conscious level that brins joy of the application of the scientific method of data collection, classification, categorization, rule formation, and hypothesis testing.’ (Agnihotri, 2020)

I found this approach very plausible because it describes a model which is built upon the grassroots reality of a classroom and increases the chances that the learners will learn to respect each other’s languages thus making way for a socially tolerant classroom environment.

Conclusion or is it possible to formulate a country-wide language policy for a country like India with such a complex and enormous linguistic diversity?

With the above question in my mind, I started reading the NEP 2020 and as I could unfortunately see how the linguistic diversity and complexities in India are not well addressed in the policy document, it became clear to me that I had sort of asked a very practical question. I would therefore agree with Dr. Agnihotri’s argument in his article where he argues for a language policy in India where each state and perhaps each district is allowed to formulate its own language policy according to the language diversity and reality that exists in that particular region.

The NEP 2020 is yet to be implemented in most of the states in India and since education is a shared responsibility of the Union and the respective State governments, only time will tell how the policy recommendations meant for the entire country are interpreted and executed in the context of the individual states and linguistic regions.

References:

  • Sengupta, P. (2021) NEP 2020 and the Language-in-Education Policy in India. A Critical Assessment. Economics and Political Weekly 43, 45-51.
  • Spolsky, B. (2021). Education. In: Rethinking Language Policy. Edinburgh: Edinburgh University Press, 26-44.  

Praktikumsbericht – NordArt

von Maybritt P.

Vom 15.04. bis zum 30.06.2023 habe ich mein Inlandspraktikum bei der NordArt, einer der größten europäischen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, in Rendsburg absolviert. Nachdem ich die NordArt im vorigen Jahr über ein Seminar kennengelernt und im Rahmen einer Exkursion besucht habe, durfte ich nun die umfassende Entwicklung der faszinierenden Ausstellung mitverfolgen. Indem ich über 2,5 Monate zwei bis drei Mal pro Woche vor Ort war, habe ich Einblicke in die Phasen des Aufbaus sowie der (Er-)Öffnung der Ausstellung erhalten. Zu Beginn war die Halle eine Baustelle, teilweise waren noch Arbeiten aus dem letzten Jahr vorhanden. Allmählich kamen die neuen Arbeiten an und wurden an ihre Plätze gehängt/ gestellt. Ab Juni war die Ausstellung erfolgreich im vollen Gange. Neben dem Erfassen der internen Prozesse habe ich im Laufe der Zeit viele Personen mit verschiedenen Funktionen ein und aus gehen sehen: Von den Kuratierenden und Geschäftsführenden über Handwerker*innen, Teamleiter*innen, Guides bis hin zu Filmproduzent*innen, Künstler*innen, Journalist*innen und Besucher*innen.

Während ich an meinem ersten Tag im Büro in grundlegende administrative Prozesse eingeführt wurde, verbrachte ich den zweiten Tag in einem von der Außenwelt abgeschirmten Kubus in der Halle. Meine Aufgabe war es, eine Installation aus dem vergangenen Ausstellungsjahr abzubauen und angemessen zu verpacken. Die folgenden sechs Wochen begleitete ich den Aufbau der Ausstellung und half primär bei handwerklichen und technischen Aufgaben. Zusätzlich fielen kleinere Tätigkeiten an, die zur Vorbereitung der Ausstellung gehören, wie beispielsweise das Erstellen von Werk- /Namensschildern und das Aufbereiten von Räumlichkeiten. An einem Tag habe ich Einblicke in den Prozess des Kuratierens des Chefkurators und der Co-Kuratorin erhalten, indem ich dabei unterstützt habe, die jeweiligen Arbeiten an ausgewählte Plätze zu tragen, woraufhin entschieden wurde, ob diese dort platziert werden. Im Rahmen der Tätigkeiten habe ich einen Einblick in die gesamten Räumlichkeiten der historischen Eisengießereihalle erhalten, sowohl in den Ausstellungsbereich als auch in die Büro- und Lagerräume.

Eine Woche vor der Eröffnung erstellte ich einen umfassenden Plan für die Beleuchtung und die Bildschirme der Ausstellung. Die historischen Räumlichkeiten erfordern auch in Bezug auf die Beleuchtung viel technische Improvisation und werden jedes Jahr unterschiedlich genutzt. Auf Basis der von mir angefertigten Pläne werden während der Öffnungsmonate morgens und abends in einem ca. halbstündigen Rundgang die jeweiligen Lichter und Bildschirme an- und ausgestellt.

Am 02. Juni fand das Pre-Opening statt: Die Eröffnung für Künstler*innen und geladene Gäste. Auch an diesem Tag war ich vor Ort und habe am Einlass und an der Garderobe unterstützt. Im Laufe des Tages bin ich mit vielen internationalen Künstler*innen in Kontakt getreten und habe ihnen zu einer Orientierung auf dem Gelände und mit dem Tagesplan verholfen.

Die folgenden Juniwochen habe ich sowohl im Büro als auch in der Ausstellung selbst verbracht. Im täglichen Tagesgeschäft der Verwaltung und Organisation habe ich Einblicke in Tätigkeiten wie beispielsweise die Einstellung neuer Mitarbeitenden, die Planung von Schichtplänen und privaten Führungen und die Abläufe im Umgang mit monetären Mitteln erhalten. Auch die Zusammenarbeit mit der ACO-Gruppe, die die NordArt maßgeblich mitfinanziert, habe ich mitverfolgt.

Indem ich auch Schichten als Ausstellungsaufsicht übernommen und bei einer Kassenschicht mitgewirkt habe, sowie eine der öffentlichen Führungen besucht und mich frei in der Ausstellung bewegt habe, lernte ich die diesjährige NordArt nicht nur aus meiner eigenen Wahrnehmung und der Perspektive der Organisation, sondern ansatzweise auch aus der Besucher*innenperspektive kennen. Die Reaktionen fielen überwiegend fasziniert und beeindruckt, doch teilweise auch schockiert oder angeekelt aus. So oder so hat die Kunst damit ihren Hauptauftrag getan: Etwas bei den Betrachter*innen bewegt.

Praktikumsbericht – Voyage-Privé

von Malte-Kristof M.

Der Weg zu meinem Praktikum bei Voyage-Privé und nach Südfrankreich war ein ungewöhnlich langer. Nach meinem Bachelor in Kulturwissenschaften hatte ich bereits im Frühjahr 2020 mit Erfolg Tests und Vorstellungsgespräche mit meiner nun ehemaligen Managerin absolviert. Ich war bereit meine Koffer zu packen, als Corona die Welt und natürlich zu aller erst den Tourismus ausbremste.
Also ging es statt in die Provence erstmal in den echten Norden. Passend zum Abschluss des dritten Remote Semesters Kultur-Sprache-Medien bekam ich die glückliche Nachricht, dass die Stelle wieder offen sei, verbunden mit der Frage, ob ich weiter Interesse hätte. Zwei Monate später saß ich auf dem schicken Campus von Voyage-Privé im modernen Großraumbüro und blickte durch getönte, bodentiefe Fensterfronten auf die sanften Hügel der Provence. Flexible Sitzplatzwahl und offene Architektur schafften eine entspannte Atmosphäre und ein angenehmes Miteinander. Allgemein viel es nicht schwer in dem jungen und internationalen Umfeld Anschluss zu finden. Voyage-Privé ist ein E-Commerce Reiseunternehmen und arbeitet mit sogenannten Flash Sales. Die Produkte (Reisen) sind also immer nur für einen kurzen Zeitraum online und zu kaufen, dafür sind sie exceptionelle günstig. Soweit das Business-Modell.
Umgekehrt bedeutet das, es werden permanent neue Angebote benötigt. Als Teil eines 7-Köpfigen deutschen Teams war es meine Aufgabe, die deutsche Webseite mit Produkten zu füttern. Ich war somit in der Sales-Abteilung. Einem vorgegebenen Produktionsplan folgend, bestand meine grundsätzliche Tätigkeit darin, mithilfe verschiedener Content Management Systeme ein für den Kunden ansprechendes Angebot zu erstellen und zu veröffentlichen. Neben dem korrekten Übertrag der Informationen, die ich von der Supply-Abteilung zu jedem Produkt gebündelt in einem sog. Brief erhielt, also ob Frühstück oder Halbpension und ob das Zimmer Meerblick oder Poolblick hat etc., gehörte dazu die Texte zur Vermarktung zu schreiben und die Produkte optisch zu gestalten. Zu dieser am Ende doch sehr repetitiven Hauptbeschäftigung kamen zum Glück andere Aufgaben. Je einen Tag die Woche übernahm ich die gesamte Mail-Kommunikation des Teams. Für besondere Aktionen hielten wir im Team kreative Meetings und es gab hier und da kleine Vorträge zu erarbeiten um sich mit anderen Teams abzustimmen. Gelernt habe ich am Ende doch mehr als ich von einem Office-Job erwartet hatte. Multitasking, wirklich effektives und genaues Arbeiten sowie das Setzen von Prioritäten. Natürlich hat sich mein Französisch stark verbessert und ich kenne nun viele Fun Facts zu allen möglichen Reisezielen dieser Erde. Nach 11 Monaten war die Zeit dann vorbei und ich starte nun meine Masterarbeit. Bevor ich zurück nach Flensburg ging, führte ich noch ein Vorstellungsgespräch für einen weiterführenden Job, so dass das Kapitel Voyage-Privé für mich vielleicht auch noch nicht ganz geschlossen ist. Bleiben werden auf jeden Fall viele tolle Freundschaften, die Liebe zum entspannten provencialischen Lifestyle und die Sehnsucht nach der Sonne der Cote d´Azure.

Praktikumsbericht – Goethe-Institut Lyon

von Anne G.

Im Zeitraum vom 14. März bis 13. Mai 2022 absolvierte ich im Rahmen meines Masterstudiums „Kultur – Sprache – Medien“ an der Europa-Universität Flensburg ein von Erasmus+ gefördertes Auslandspraktikum in der Kulturprogrammabteilung des Goethe-Instituts in Lyon. Das Goethe-Institut Lyon versteht sich als eines von sechs Goethe-Instituten in Frankreich als Ort der bilateralen Begegnung mit der deutschen Kultur und Sprache und somit zur Förderung der internationalen kulturellen Zusammenarbeit. Das Lyoner Institut ist mittelgroß: Es werden Deutschkurse sowie -prüfungen, einen Bibliotheksservice und ein umfangreiches Kulturprogramm angeboten. In enger Zusammenarbeit mit anderen deutsch-französischen Instituten, dem DAAD und den deutsch-französischen Häusern in Frankreich war das dortige Praktikum für mich eine gute Möglichkeit, das Netzwerk der internationalen Kulturarbeit kennenzulernen und wertvolle Einblicke in die deutsch-französische Arbeitswelt zu bekommen. Ich unterstützte das Team in der Abteilung Kulturprogramm (programmation culturelle) für zwei Monate und war in erster Linie an der Veranstaltungsorganisation und -betreuung beteiligt. Zu den Veranstaltungen zählten Kulturveranstaltungen wie die Filmreihe „Kinoche“, eine klassische Konzertreihe sowie das Open-Air-Filmfestival „Sommerkino“, bei denen ich Gäst:innen und Vortragende mitbetreute. Neben administrativen Aufgaben wie schriftlicher und telefonischer Korrespondenz und Terminkoordinationen bildete vor allem die Redaktion und Übersetzung von deutschen sowie französischen Texten für die Website und für das monatliche Programmheft den Hauptbestandteil meiner Arbeit. Aber auch in die anderen Arbeitsbereiche wie z. B. die Abläufe der Bibliothek, die Strukturen der Sprachabteilung oder auch die Arbeit der aktuellen Mobiklasse-Lektorin konnte ich spannende Einblicke bekommen und übernahm von Zeit zu Zeit auch Aufgaben für andere Bereiche (z. B. die Prüfungsaufsicht in Deutschprüfungen). Es war in erster Linie die zwei- bzw. mehrsprachige, junge und harmonische Arbeitsatmosphäre, die mir im Goethe-Institut gefallen hat. Und natürlich sollte auch Lyon als wunderschöne Stadt nicht unerwähnt bleiben, die dieses Auslandspraktikum durch ihre enorme Lebensqualität sehr bereichert hat. Während der zwei Praktikumsmonate konnte ich auf und durch die Arbeit viele interessante Menschen kennenlernen und in ein Netzwerk eintreten, das mich stark für meinen weiteren Lebensweg inspiriert hat. Die wertvollen Kontakte, die ich in dieser Zeit knüpfte, ermöglichen mir nun
nach dem Masterstudium den Zugang zu der deutsch-französischen Arbeitswelt. Ich empfehle diesen Praktikumsstandort weiter – auch, wenn ich es schade fand, dass mein Praktikum nur zwei Monate lang war (ist wohl aus gesetzlichen Gründen in Frankreich so).

5 Fragen an Sally Preiss

Name: Sally Preiss

Arbeitgeber und Ort: Hannover96 Sales & Service GmbH & Co KG

Jobbezeichnung: Marketingmanagerin im Team Kinder- und Jugendmarketing

KSM-Abschluss: 2022

1.  Möchtest du ein wenig über deine Zeit in Flensburg und im Masterstudiengang KSM erzählen?

Angefangen habe ich den Master im Jahr 2018, aber ich habe auch davor bereits schon in Flensburg meinen Bachelor in Germanistik, Politik & Wirtschaft auf Lehramt studiert. Nach dem Bachelor hatte ich gemerkt, dass ich dauerhaft nicht in den LehrerInnen-Beruf und das Schulsystem passe, denn ich hatte einen spannenden Nebenjob in der Hochschulkommunikation der EUF, dessen Inhalte mich sehr begeistert hatten. Auch diverse Praktika nach meinem Bachelorstudium bestärkten mich in dieser Entscheidung, noch den Master KSM zu studieren. Besonders gefallen hat mir in Flensburg dabei schon immer die Größe der Universität, aber auch die Größe des Studiengangs, da beide klein genug sind, um sich auch wirklich kennen zu lernen. Es war auch sehr spannend, aus welchen unterschiedlichen Bachelorstudiengängen die anderen Studierenden kamen. Außerdem ist KSM ein Studiengang, wo auch seitens der Dozierenden sehr individuell auf die Bedürfnisse der Studierenden eingegangen wird und man aktiv Dinge mitgestalten kann. Der Studiengang bietet insgesamt ein gutes Mittelmaß aus breit gefächerten Inhalten und der gleichzeitigen Möglichkeit, sich zu spezialisieren.

2. Wie sieht dein beruflicher Werdegang aus?

Während meines Bachelorstudiums hatte ich für sieben Jahre einen Nebenjob als Studentische Hilfskraft in der Hochschulkommunikation der EUF und war dort für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing zuständig. Die Arbeit war sehr abwechslungsreich und hat mir viele Türen geöffnet. Nach Abschluss meines Bachelorstudiums habe ich anschließend in Kiel ein Praktikum in der Öffentlichkeitsarbeit bei RSH und Delta Radio/Radio Bob absolviert. Außerdem habe ich noch ein Praktikum beim Flensburger Tageblatt gemacht, um einen Einblick in redaktionelle Arbeitsabläufe zu bekommen. Ich habe dann auch ein Jahr als freie Mitarbeiterin beim shz: gearbeitet. Reiner Printjournalismus hat mich aber nicht vollends erfüllt. So habe ich mich dann nach dem Masterabschluss ganz klassisch auch außerhalb von Flensburg nach Jobs umgesehen und letztendlich auf die Stelle bei Hannover 96 beworben.

3. Wie sieht dein beruflicher Alltag aus?

Mein Arbeitsalltag ist wirklich sehr abwechslungsreich und kein Tag ist wie der andere. Im Grunde geht es darum, die Werte der Marke und des Vereins Hannover 96 an Kinder und Jugendliche zu vermitteln. Da gibt es den Kids-Club, in dem Kinder Mitglied werden können und für den dann regelmäßig Veranstaltungen organisiert werden, wie zum Beispiel Fahrten zu Auswärtsspielen, Campen auf dem Stadionrasen oder Treffen mit dem Maskottchen, aber auch Kulturprogramme wie Besuche im Museum und Theater. Mein Aufgabenbereich liegt dabei nicht in der pädagogischen Betreuung, sondern in der Kommunikation und Planung der Veranstaltungen. Zu unseren Kommunikationsmedien gehören zum Beispiel unser eigenes Kids-Magazin, aber auch die Website oder Social Media und Newsletter. Der Wochenablauf meines Arbeitsalltag ist auch immer stark abhängig von den Spieltagen von Hannover 96, denn alle zwei Wochen sind Heimspiele und dafür bauscht sich die Arbeit dann immer etwas auf und flacht dann danach wieder ab. Ich würde schätzen, dass mein Arbeitsalltag im Schnitt 50/50 im Büro und unterwegs auf Events stattfindet.

4. Helfen dir bestimmte Kurse aus dem Mastertudium besonders in deinem Job?

Tatsächlich helfen am meisten die Projekte und alles, was möglichst praxisorientiert war. Wir hatten zum Beispiel tolle und interessante Marketingprojekte im Rahmen des Folk Baltika-Festivals, aus denen ich viel Erfahrung mitgenommen habe. Ansonsten hilft auch der Umstand, dass man im Laufe des Masters viele Referate und Präsentationen halten muss, denn es ist einfach wichtig im Job, dass man gelernt hat, frei und selbstsicher vor Publikum zu sprechen. Da die Referate oft in Kleingruppen stattfinden, werden einem auch viele Social Skills und Aspekte der Teamarbeit vermittelt, von denen ich heute sehr profitiere.

5. Hast du Tipps und Tricks für aktuelle KSM-Studierende?

Aus meiner Perspektive kann ich sagen, dass es wichtig ist, schon während des Studiums nebenbei zu arbeiten und das am besten auch in der beruflichen Richtung, in die man später gehen will. Dadurch, dass es viele fachähnliche Studiengänge gibt, ist es auf jeden Fall hilfreich, wenn die Berufserfahrung zusammen mit dem Studium eine Art Alleinstellungsmerkmal zu anderen BerufsbewerberInnen darstellt. Auch ehrenamtliche Tätigkeit ist immer eine tolle Möglichkeit, um sich zu vernetzen und Erfahrung zu sammeln. Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann studiert lieber ein oder zwei Semester länger und nehmt dafür Erfahrungen wie zusätzliche Praktika, Jobs und Auslandssemester mit, als in Regelstudienzeit durchzuziehen. Auch Engagement innerhalb der Uni kann richtig spannend sein und muss gar nicht unbedingt im politischen Sinne stattfinden, sondern einfach, indem ihr das Veranstaltungsangebot der Uni voll ausnutzt.
Ein letzter Tipp noch: Wenn ihr Probleme beim Schreiben der Masterarbeit habt und euch an bestimmten Stellen überfordert fühlt, dann sucht euch Hilfe und nehmt diese an. Sei es durch Sprechstunden bei Frau Machat oder Dozierenden oder auch Kurse zum wissenschaftlichen Schreiben von der zhb.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Sally Preiss für das tolle Interview!

von Lisa Weldishofer

Prakitkumsbericht – Villekula – Verein für Natur- und Gesundheitsbildung

von Carola K.

Villekula e.V. ist eine 2013 aus der Europa-Universität Flensburg heraus gegründete NPO, die sich der Natur- und Gesundheitsbildung von Kindern und Jugendlichen verschrieben hat.

Der Verein bewirtschaftet ein naturnahes Gartenland mit einer Outdoorküche inkl. Lagerfeuerstelle und Lehmofen, Gewächshäusern, großem Klimazelt und vielem mehr, auf dem die Angebote für Kinder und Jugendliche stattfinden.

Das überwiegend junge Team von hauptamtlichen Mitarbeiter*innen arbeitet in angenehm flachen Hierarchien zusammen, das Arbeitsklima war immer wertschätzend, motivierend und freundlich.

Ich absolvierte mein Praktikum im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und habe eng mit der Gründerin und Geschäftsleitung Tjorven Reisener zusammengearbeitet. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase, in der ich auch die unterschiedlichen Angebote des Vereins kennenlernen und mir einen Überblick über die bestehenden Strukturen der Öffentlichkeitsarbeit machen durfte, habe ich unteranderem eigenverantwortlich das Social Media Marketing übernommen und auf der Grundlage der CI eine Social Media Strategie inkl. einheitlichem Branding entwickelt.

Die Betreuung und Pflege der zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Kanäle beinhaltete die Erstellung und Bearbeitung von redaktionellen Inhalten inkl. der Erstellung von fotografischem und videografischem Bildmaterial, Nachbearbeitung von Fotos und Videos, Auswertung der Performance von veröffentlichten Inhalten, Planung, Durchführung und Nachbereitung von Werbeanzeigen.

Darüber hinaus habe ich auch „klassische“ Aufgaben der Öffentlichkeitarbeit übernommen wie beispielsweise das Verfassen von Pressemitteilungen, die Planung, Organisation und Durchführung von Presseterminen, die Teilnahme an Vernetzungstreffen oder das Betreuen des firmeneigenen Messestandes.

Rückblickend war das achtmonatige Praktikum bei Villekula e.V. ausgesprochen vielseitig und abwechslungsreich und hat mir zahlreiche Einblicke in die Arbeit eines gemeinnützigen Social Start Ups ermöglicht. Die Arbeit für eine NPO ist ggf. mit einem größeren persönlichen Einsatz verbunden, der aber aus meiner Sicht durch eine unmittelbare Sinnhaftigkeit ausgeglichen wird.

Praktikumsbericht – Erich Kästner Haus für Literatur

von Ronja B.

Am 15.10.2022 startete mein Praktikum im Dresdner Erich Kästner Museum und dem angegliederten Literaturhaus, mitten in Dresdens junger und alternativer Neustadt. Für das Praktikum bin ich für drei Monate in die schöne Stadt an der Elbe gezogen. Mein Praktikumsalltag gestaltete sich aus einer Mischung aus Museumsarbeit und Arbeit für das Literaturhaus. Der normale Arbeitstag begann um 9:00 Uhr mit der Vorbereitung und Öffnung des Museums. Das freie Museum zeichnet sich durch ein innovatives, interaktives Konzept aus – welches auch einer kurzen Einarbeitungsphase bedurfte, damit ich schnell auch Führungen für Besucher*innen übernehmen konnte. Besucher*innenbetreuung und Kassendienste waren gängige Tätigkeiten des Museumsbetriebs. Ein normaler Arbeitstag endete mit der Schließung des Museums um 17:00 Uhr. Neben der Museumsbetreuung gehörte der Museumsshop und das Literaturcafé ebenfalls zu den Aufgaben, welche ich übernehmen durfte. Die Vielfältigkeit der Praktikumsstelle wurde mir somit in den ersten Wochen direkt bewusst. Neben den täglichen Aufgaben des laufenden Betriebs wurden mir immer wieder verschiedene Hintergrundaufgaben anvertraut. So reaktivierte ich eine Kofferausstellung zu dem bekannten US-amerikanischen Schriftsteller Kurt Vonnegut, bereitete das Weihnachtsgeschäft vor oder bekam verschiedene Rechercheaufgaben zugeteilt. Darüber hinaus untersuchte ich Kästners Bücher auf Diversitätskriterien, was wohl am interessantesten war. Die wahrscheinlich größte Hintergrundaufgabe beinhaltete das Konzipieren und Umsetzen eines temporären Social- Media-Konzepts für die Online-Präsenz des Museums und des Literaturhauses. Das beinhalte das Aufnehmen der Fotos und das Schreiben der Texte für Facebook und Instagram. An einigen Tagen sah der Arbeitsalltag etwas anders aus: Wenn Lesungen und Veranstaltungen stattfanden, war ich bis spät vor Ort und half bei allen anfallenden Aufgaben. Dies bot auch die Möglichkeit die Arbeit eines Literaturhauses kennenzulernen und interessante Lesungen zu verfolgen. Mein persönliches Highlight des Veranstaltungsbetriebs fand bereits in den ersten zwei Wochen statt: Der jährliche Dresdner Lyrikpreis, eine tschechisch-deutsche Kooperation, wurde verliehen. Ich wurde somit direkt in den Ablauf der finalen Veranstaltung eingebunden und erhielt einen spannenden Einblick in das Kulturereignis. Das Kästner Haus für Literatur bot mir ein spannendes Umfeld mit viel Eigenverantwortung und neuen Erfahrungen. Ich selbst konnte mich allgemein museologisch weiterbilden, aber natürlich auch mein Wissen über den Hauspatron Erich Kästner vertiefen. Für alle Literaturinteressierten, welche vielleicht auch einmal eine neue Stadt und ein privates Kulturunternehmen kennenlernen wollen und bereit sind, viel Eigeninitiative zu zeigen, kann ich das Praktikum weiterempfehlen.

5 Fragen an Dr.in Carolin Ermer

Fachschaft und Studiengangleitung haben sich gemeinsam fünf Fragen an Dozierende des Studiengangs überlegt, die Studierenden die Gelegenheit geben sollen die Dozent*innen ein wenig besser kennenzulernen.

Dr.in Carolin Ermer – Webseite der EUF

1. How did you decide on your field of study?

In a former live I was head of design and owner of caro e., a sustainable handknit fashion label in Berlin (www.caro-e.de) and got more and more drawn into topics of sustainability and education. I started teaching in fashion design studies at several universities in Berlin and did my own master thesis in adult education next to my own teaching since I was drawn into the state of the art of higher education for sustainability (HESD).  My research focus today is located at the intersection of education in fashion, design, textiles and sustainabilty. Lately I finished my PhD, research topic critical design and critical fashion, and my latest projects are concentrating on craft as a medium for bodily engagement and somatic experience in learning situations.

2. What was your best KSM seminar topic to date, and what would be a desirable topic for a future KSM seminar?

This is my first KSM seminar.

3. What book has particularly influenced you, or is a must read?

That´s a difficult question. I read a lot. In the last months, I am very interested in everything that has a future-oriented and speculative focus and is looking for solutions and alternative ways of living, designing, working while fighting against the biggest crisis of our time, climate change. A few books lying on my desk at the moment are:  Zur Entstehung einer ökologischen Klasse. Ein Memorandum (Latour & Schultz, 2022), Critical Craft (Eds. Clark et al, 2016), Making Trouble (Von Busch, 2022), Staying with the Trouble: Making Kin in the Chthulucene a review (Haraway, 2018).

4. Is the glass half full or half empty?

Always half full! 😉

5. Looking back from your own experience, what advice would you give to your former student self?

Don’t take too serious what other people say and think of you and of what you are doing. Listen to your own guts. If it feels right, it is right. Make your own experiences and be proud of them, even if you fail sometimes. Failing is a part of our life.

Praktikumsbericht – ClaraVital

von Birte M.

Im Zeitraum von August bis Dezember 2022 absolvierte ich ein Praktikum bei dem Online Sanitätshaus ClaraVital der 4 your health GmbH im Bereich Marketing und Business Development. Aufgrund der Pandemie war das Absolvieren eines Auslandspraktikums etwas schwierig, aufgrunddessen entschied ich mich, bei dem Arbeitgeber bei dem ich als Werkstudentin angestellt war, mein Praktikum zu absolvieren.
ClaraVital wurde 2011 als B2B Supplychain-Optimierer gegründet und ist seit 2013 als B2C Geschäft aktiv am Markt tätig. Seit Sommer 2022 ist ClaraVital Teil der Otto Group. Bei ClaraVital findet man Hilfsmittel, die in individuellen Situationen weiterhelfen, die Lebensqualität steigern und dabei unterstützen, ein gesundes Leben zu führen. Mit über 4.500 Produkten bietet das Onlinesanitätshaus eine große Auswahl für den Sanitäts-, Gesundheits- und Pflegebedarf. Das Sortiment reicht von Fitness- und Wellness-Produkten über praktische Alltagshelfer bis hin zu Inkontinenzhilfen. Während des Praktikums hatte ich Einblicke in zwei Bereiche: Business Development und Marketing, mit einem Fokus auf Customer Relationship Management. Die Aufgaben waren nicht nur aufgrund der zwei unterschiedlichen Bereiche vielfältig, auch innerhalb der Bereiche gab es jede Woche Abwechslung. Im Business Development habe ich überwiegend Produkt- und Trendrecherchen, Preisanalysen, Dashboardpflege, Neuanlage von Produkten und Stammdatenpflege inkl. Textproduktion übernommen. Zusätzlich durfte ich auch bei der Leitung eines Projektes mitwirken. Im Customer Relationship Management habe ich hauptsächlich das E-Mail Marketing im Tool CleverReach übernommen. Dies beinhaltet Planung, Aufsetzen und Versand von Newsletterkampagnen, die Dokumentation und das Reporting der Marketingkennzahlen. Zusätzlich habe ich die Erstellung von Bild- und Textmaterial für die Newsletter aber auch den Social Media Kanal (Facebook) übernommen.
Am spannendsten fand ich das Planen und Aufsetzen von Newsletterkampagnen und die Textproduktion sowie die Analyse von Kampagnen und das Vergleichen der Zahlen, was eine Kombination von Kreativität und Daten beinhaltete. Ich habe einen guten Einblick in verschiedene Bereiche des E-Commerces bekommen, wie Webshopmanagement, Datenanalyse, Content Produktion und Kundenzufriedenheit und Kundenbeziehungen.
Meine Leads und Kolleg:innen haben mir viel mitgegeben und haben mich für meine berufliche Zukunft inspiriert. Ich bin dankbar für alle Einblicke, die ich erhalten habe und werde in dem Unternehmen und auch dem Bereich bleiben. Obwohl mir beide Bereiche sehr gut gefallen haben, habe ich dank dieses Praktikums herausgefunden, dass mein Herz etwas mehr für Kommunikation schlägt und somit auch die Tätigkeiten im Customer Relationship Management präferiere.
Ich empfehle solch ein Praktikum im Bereich Business Development mit Schwerpunkt Marketing für alle, die gerne Kreativität mit Daten verbinden und sich noch nicht sicher sind, welchen Schwerpunkt sie wählen möchten.