5 Fragen an: Ronja Baerecke

Name: Ronja Baerecke

Arbeitgeber und Ort: Mahmut Özdemir, Mitglied des Bundestages (MdB), Wahlkreisbüro in Duisburg

Jobbezeichnung: Wissenschaftliche Mitarbeiterin

KSM-Abschluss im Jahr: 2020

1.  Möchtest du ein wenig über deine Zeit in Flensburg und den Masterstudiengang KSM erzählen?

Frau Machat hat sehr viel dazu beigetragen, dass dieser Studiengang eine positive Erfahrung war. Ich habe zuvor Medienmanagement an einer Hochschule in Berlin studiert, wo der Studieninhalt wie zum Beispiel die Kurswahl oder der Stundenplan strikt vorgegeben waren und man sich um nichts kümmern musste. Dementsprechend war ich überrascht von der inhaltlichen Freiheit, die der Master KSM mit sich bringt, welche aber auch nicht immer leicht für mich war. Besonders was die Kurswahl und Prüfungsanmeldung anging, kannten sich manche Studierende, die ihren Bachelor an einer Universität absolviert hatten, mit dem Prozedere besser aus und waren dadurch im Vorteil. Generell ist KSM aber ein sehr moderner Studiengang, der viele Freiheiten und Möglichkeiten bietet und ich habe viel gelernt. Selbst wenn man mal das Gefühl hatte, dass etwas zum Beispiel organisatorisch nicht richtig läuft, wurde sofort eine Lösung gefunden.

2. Was machst du zurzeit beruflich? Was ist dein beruflicher Werdegang?

Ich habe bereits während meines Bachelorstudiengangs angefangen für den Deutschen  Bundestag zu arbeiten. Zunächst war ich für ein paar Monate bei einer Kommission, die sich mit der Frage nach der Entsorgung von Atommüll beschäftigt hat und bin anschließend ins Presse- und Kommunikationsamt gewechselt, wo ich als Journalistin tätig war. Auch während des Masters habe ich weiterhin als freie Journalistin gearbeitet und zur Bundestagswahl 2017 den Bundestagsabgeordneten für Rendsburg-Eckernförde, Sönke Rix, bei einem Interview kennen gelernt und Ende 2018 als studentische Mitarbeiterin in seinem Wahlkreisbüro angefangen. In dieser Branche ergibt sich viel aus persönlichen Kontakten, die man im Laufe des Arbeitsalltags knüpft und gerade wenn man eng mit einem Abgeordneten zusammenarbeitet, ist es wichtig, dass es menschlich stimmt. Während der Corona-Pandemie war es sehr schwierig, in Deutschland einen guten Job zu finden, weshalb es mich im Sommer letztes Jahr für eine kurze Zeit in die Schweiz verschlagen hat. Seit März dieses Jahres arbeite ich nun im Wahlkreisbüro von Mahmut Özdemir in Duisburg.

3. Wie sieht dein beruflicher Alltag aus?

Es gibt eigentlich keinen typischen Arbeitsalltag bei mir, jeder Tag ist anders. Als Wissenschaftliche Mitarbeiterin eines Abgeordneten hat man viele verschiedene Aufgaben, einige davon gleichen der einer persönlichen Referentin. Das umfasst unterschiedliche Bereiche, vor allem das Beantworten von Bürger*innen-Anfragen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Social Media sowie ein allgemeines Bild davon zu haben, was im Wahlkreis so vor sich geht. Ich organisiere prinzipiell alle Termine im Wahlkreis, begleite den Abgeordneten dann auch dorthin und kümmere mich um die Presse.

4. Kannst du deinen beruflichen Werdegang mit dem Master KSM verbinden?

Da fallen mir vor allem der kommunikative Aspekt des Studiengangs, der generell ein gewisses Maß an Sprachgefühl erfordert, und die Linguistik-Kurse ein. In meinem Beruf spielt es eine große Rolle, wie man seine Worte wählt und Gedanken verbalisiert. Gerade in der Politik hat man es oft mit komplexen Sachverhalten zu tun und möchte diese möglichst leicht verständlich rüberbringen, dabei hilft mir die theoretische Grundlage der Sprachführung und -forschung. Ich muss immer bedenken, wie meine Worte von Rezipient*innen aufgenommen werden und welche Wirkung man mit Aussagen erzielen kann. Generell ist ein sicherer Umgang mit Sprache wie zum Beispiel korrekte Grammatik essenziell für meinen Beruf. Auch die Kurse aus dem Bereich BWL wie zum Beispiel „Economics“ haben mir geholfen, mehr Verständnis für politische und wirtschaftliche Prozesse zu entwickeln. Auch das englische Vokabular, das ich mir in diesem Kurs angeeignet habe, kann ich heute noch verwenden, wenn mich Gesetzesvorlagen zu politischen Themen erreichen.

5. Hast du Tipps und Tricks für aktuelle KSM-Studierende?

Ich empfehle den Studierenden das Praktikum nicht in mehrere kleine Praktika aufzuteilen, sondern am Stück als großes Praktikum zu absolvieren. So hat man mehr Zeit in das Unternehmen und den Beruf hineinzuschnuppern und muss nicht nach wenigen Wochen wieder gehen. Ich war als Journalistin für vier Monate in Spanien und konnte auf Spanisch und Englisch publizieren. Das klappt besser, je länger man die Sprache um sich herum hört, liest und schreibt. Ansonsten würde ich empfehlen, dass ihr euch bereits neben dem Studium einen Job zulegt, der auch mit dem Studiengang oder eurer späteren Wunschbranche zu tun hat. So könnt ihr schon Erfahrung sammeln und auch Unternehmen können eure Fähigkeiten besser einschätzen und es erleichtert einem den Berufseinstieg. Nebenjobs wie zum Beispiel Kellnern bringt kurzfristig Geld, aber langfristig habt ihr meistens nichts davon.  Auch die kostenlosen Sprachkurse sind eine tolle Möglichkeit der Universität, die man nutzen sollte. In einem späteren Beruf ist es nur von Vorteil, wenn man eine zusätzliche Sprache wie Französisch oder sogar Arabisch beherrscht.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ronja Baerecke für das tolle Interview!

von Lisa Weldishofer

5 Fragen an: Nadine Triebel

Name: Nadine Triebel

Arbeitgeber und Ort: KONE in Hannover

Jobbezeichnung: Mitarbeiterin Marketing & Kommunikation

KSM-Abschluss im Jahr: 2016

1.  Möchtest du ein wenig über deine Zeit in Flensburg und den Masterstudiengang KSM erzählen?

Für mich war KSM genau der richtige Masterstudiengang. Ich hatte in Flensburg schon meinen Bachelor in Germanistik, Anglistik und Pädagogik gemacht, aber schnell gemerkt, dass ich nicht unterrichten, sondern eher in der Medienbranche bzw. im Bereich Kommunikation tätig sein möchte. Der polyvalente Studiengang KSM war wie für mich zugeschnitten und bot mir auch die spätere Freiheit, nicht auf einen Job fixiert zu sein. Diese berufliche Ungebundenheit und die Vielfalt an Jobperspektiven war genau das, was ich für mich wollte. Meine Praktika im Bachelor haben sich bereits auf die Bereiche Online-Journalismus, Rundfunk und Social-Media konzentriert.

KSM hat mir als Studiengang die berufliche Freiheit gegeben, die mir bei der Ausrichtung Lehramt gefehlt hat. Der Master ist sehr vielseitig. Du hast unzählige Möglichkeiten das herauszupicken, was deinen Interessen und Stärken entspricht. Durch die Vielfältigkeit der Kurse habe ich auch den Bereich der Medienethik als persönliches Interesse entdeckt, was mich über das Studium hinaus geprägt hat, sodass ich heute Poetry Slams darüber schreibe und mich intensiv damit beschäftige

2. Was machst du zurzeit beruflich?

Zurzeit arbeite ich im Bereich Marketing & Kommunikation bei der Firma KONE. Mein Job gliedert sich in zwei Bereiche: Interne Kommunikation und Social Media. Rückblickend habe ich jede Chance, die sich bot, ergriffen, um praktische Erfahrungen zu sammeln.

Mein Auslandspraktikum im Master habe ich bei einer Hilfsorganisation in Indien absolviert, indem ich dort als Teil des Kommunikationsteams ein Spendenevent organisiert habe. Diese Referenz hat mich dann wiederum zu einem weiteren Praktikum in der Unternehmenskommunikation bei den VGH-Versicherungen in Hannover geführt. Das hat mich dann in der Entscheidung bestärkt, dauerhaft in der Unternehmenskommunikation arbeiten zu wollen. Deshalb habe ich mich danach ganz gezielt auf entsprechende Stellen beworben und war zunächst für fünf Jahre bei der Johanniter-Unfall-Hilfe im Bereich Kommunikation und Marketing und später zu 100 Prozent im Social-Media-Management tätig. Danach bin ich dann zu meinem aktuellen Arbeitgeber KONE gewechselt und habe nun mit einem interkulturellen B2B-Markt zu tun.

3. Wie sieht dein beruflicher Alltag aus?

Jeder Tag sieht anders aus – gerade deshalb liebe ich meinen Job auch so sehr. Ich muss einerseits die globalen Strategien im Blick haben und andererseits schauen: Was setzen wir davon um und wie? Hier ist eine gute Planung essenziell aber auch ein kreativer Kopf. Jeden Tag kommen neue Themen auf, die ich auf unterschiedlichste Weise vermittele: Intern und/oder auf unseren Social-Media-Kanälen. Ein konkretes Beispiel hierfür ist das Unternehmensziel klimaneutral zu arbeiten bis 2030: Wie kommunizieren wir das? In welchem Rhythmus, mit welchen Themen? Mit welchen Statements? Da ist viel thematische Abstimmung gefragt und ein gutes Netzwerk. Ich muss mir also für jede Zielgruppe überlegen was ich kommunizieren möchte und welches Format dafür das geeignetste ist.  Außerdem bin ich zuständig für das Markenbotschafter-Programm, das heißt: Ich bilde ein Team von MarkenbotschafterInnen darin aus, ihre Statements auf LinkedIn gekonnt zu platzieren und ihre Expertise darzustellen, um gut und professionell im B2B-Bereich netzwerken zu können.

4. Kannst du deinen beruflichen Werdegang mit dem Master KSM verbinden?

Gerade den Bereich der Medienethik habe ich nicht nur als persönliches Interesse entdeckt, sondern wende ihn auch täglich in meinem Beruf an. Zum Beispiel dränge ich niemanden Zitate auf, sondern rege dazu an, gebe Ideen mit und motiviere Menschen ihre Geschichten zu erzählen, ohne Druck auf sie auszuüben. Ich gehe auch viel reflektierter mit Nachrichten um, und kann sehr gut einschätzen, wie ich korrekt recherchiere und welche Quellen vertrauenswürdig sind. Gerade aus diesem Grund waren die Praktika eine großartige Möglichkeit, meine Branche für mich zu finden, aber Branchen bzw. Arbeitgeber auch ausschließen zu können, die nicht mit meinen Werten konform gehen.

Das richtige Recherchieren und Aufbereiten von Informationen habe ich aber tatsächlich durch die Praxis, während meines studentischen Nebenjobs als Online-Journalistin beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag erlernen können.

Aber auch die BWL/Marketing-Kurse waren rückblickend sehr hilfreich. Du bekommst ein gutes Grundverständnis für die Basics. Die Unterschiedlichkeit der Rechtsformen oder mal die Erstellung eines eigenen Business Plans. Das haben wir alles mal ganz praktisch mit allem Möglichen durchgespielt und gesehen, woran man dabei denken muss. Budgetplanung, Personalplanung, Risiken und so weiter. Der Kurs zum Thema „Kreatives Schreiben“ hilft mir heute noch bei meiner Arbeit mit Social-Media. Die Kurse zum Thema Interkulturalität helfen sowohl beim Auslandspraktikum als auch im Beruf, wo ich gut erkennen konnte: Wie arbeiten andere Menschen aus anderen Kulturen, wie sind sie geprägt und worauf muss ich bei der Zusammenarbeit achten, sodass sie erfolgreich ist?

5. Hast du Tipps und Tricks für aktuelle KSM-Studierende?

Ich kann euch diesen Studiengang nur empfehlen, weil er Spaß macht und dir die notwendige Freiheit gibt, deine Stärken und Interessen selbst zu finden und diese auszubauen. Du kannst deine Schwerpunkte selbst legen. Die inhaltliche Bandbreite des Studiengangs ist ein riesiger Vorteil und eine immense Chance. Habt keine Hemmungen Kurse proaktiv mitzugestalten, viele Dozierende bieten hierbei Möglichkeiten zum Austausch. Gleichzeitig gehört jedoch auch ein gewisses Maß an Eigeninitiative dazu, sprich:  Ergreift die Chance, habt auch den Mut sie zu nutzen, probiert euch aus, stellt Fragen. Ihr seid im Studiengang nicht alleine. Das Praktikum ist eine großartige Möglichkeit, um sich bereits zu vernetzen und erste Weichen für den Jobeinstieg zu stellen. Ich kann euch außerdem AIESEC ans Herz legen, die größte internationale Studentenorganisation weltweit, da ich mit ihnen gute Erfahrungen damit gemacht habe, das richtige Auslandspraktikum zu finden.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Nadine Triebel für das tolle Interview!

von Lisa Weldishofer

5 Fragen an: Anne von Petersdorff

Name: Anne von Petersdorff

Arbeitgeber und Ort: gebrueder beetz Filmproduktion in Berlin

Jobbezeichnung: Creative Producer

KSM-Abschluss im Jahr: 2012/13

1.  Möchtest du ein wenig über deine Zeit in Flensburg und im Masterstudiengang KSM erzählen?

Die Entscheidung KSM in Flensburg zu studieren war einerseits privat motiviert und andererseits hat mich der Studiengang angesprochen. Ich hatte damals schon 2 Jahre Berufserfahrungen in der Werbefilmproduktion und Filmproduktion gesammelt und fand die Ausrichtung und die Flexibilität gut. Zum Beispiel konnte ich durch die Auswahl meiner Kurse einen Schwerpunkt auf Medienwissenschaften legen. Außerdem fand ich die Zweisprachigkeit gut.

2. Was machst du zurzeit beruflich?

Ich arbeite als creative producer für eine Berliner Dokumentarfilmproduktionsfirma. Die letzten Monate war ich viel unterwegs, weil wir viel im Ausland gedreht haben. Auf die Drehphase folgt jetzt der Schnitt, bei dem ich wieder mehr in Berlin sein werde.

3. Wie sieht dein beruflicher Alltag aus?

Das ist ganz schön schwer zu sagen, weil es sehr stark von der Art und der Phase des Projekts abhängt. Wenn ich an einem Projekt in der Entwicklungsphase arbeite, recherchiere ich sehr viel, dann sieht der Alltag ein bisschen aus wie in der Uni oder vielleicht wie in anderen journalistischen Berufen: Artikel und Bücher lesen, Leute anrufen, auch Mal in Archive gehen, herausfinden, ob Menschen noch leben, wo sie wohnen, was sie machen. Wie gesagt, je nach Projekt sehr unterschiedlich. In der Produktionsphase kann es sein, dass man dann auch Mal recht viel unterwegs ist zum Drehen von Interviews oder weil man Protagonisten, Events, Situationen dokumentarisch begleitet… In der Postproduktions-Phase sieht der Alltag dann wieder etwas anders aus: Man arbeitet an der Dramaturgie, sitzt im Schnitt, hat Abnahmen mit Redakteur*innen oder geht zur Sprachaufnahme. Oft lassen sich die einzelnen Phasen aber auch gar nicht klar trennen, sondern vermischen sich ineinander.

4. Kannst du deinen beruflichen Werdegang mit dem Master KSM verbinden?

Ja, ich denke schon. Das liegt jetzt aber weniger an spezifischen Hard Skills, die ich im Studiengang gelernt habe, sondern eher generell an Fähigkeiten, die man in einem geisteswissenschaftlichen Studium erlangt, wie richtiges Recherchieren, Fakten prüfen oder auch das Positionieren und Argumentieren des eigenen Standpunktes. Auch war KSM hilfreich dabei, die eigene Medienkompetenz zu erweitern und mediale Produkte kritisch zu hinterfragen. In meiner Branche gibt es aber auch viele, die durch einen Abschluss in Filmproduktion, Regie oder Journalismus andere und in mancher Hinsicht auch hilfreichere Werkzeuge aus dem Studium mitbringen. Im Endeffekt zählt aber mehr die Fähigkeit und die Lust sich mit komplexen Themen auseinander setzen zu können und ein echtes Interesse an den Menschen, denen man in dieser Arbeit begegnet.

5. Hast du Tipps und Tricks für aktuelle KSM-Studierende?

Also ich fand es für mich hilfreich, entweder schon zwischen Bachelor und Master oder während des Masters erste berufliche Erfahrungen zu sammeln und bereits in der Branche gearbeitet zu haben, um eine klarere Richtung zu haben in die man sich entwickeln will. Ich habe zum Beispiel unterschiedliche Sachen in der Medienbranche wie Werbung oder Filmproduktion ausprobiert und wusste daraufhin, worauf ich mich im Studium fokussieren möchte. Das könnte einem dabei helfen in einem Master mit derart freier Kurswahl nicht ins Schwimmen zu geraten. Ansonsten: bildet Study Groups und genießt den gemeinsamen Austausch über eure Kursthemen. So könnt ihr euch bei Schwierigkeiten gegenseitig unterstützen. Genauso wichtig ist auch der Austausch mit den Dozierenden, man sollte sich nicht davor scheuen mit ihnen in Kontakt zu treten, im Gegenteil, denn viele Dozierende freuen sich sehr über weitreichendere Gespräche mit den Studierenden.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Anne von Petersdorff für das tolle Interview!

von Lisa Weldishofer

5 Fragen an: Julia Gohde

Name: Julia Gohde

Arbeitgeber und Ort: sh:z in Flensburg

Jobbezeichnung: Content-Marketin-Redakteurin

KSM-Abschluss im Jahr: 2014

1.  Möchtest du ein wenig über deine Zeit in Flensburg und im Masterstudiengang KSM erzählen?

Ich habe Kultur-Sprache-Medien im Oktober 2011 angefangen. Das war eine sehr bewusste Wahl, nachdem ich mich über Angebote in ganz Deutschland informiert hatte. Wenn man weiß, was man beruflich will, ist KSM ein guter Studiengang, weil er einem neben den fachlichen Inhalten sowohl innerhalb des Studiums als auch nebenbei genug Freiheiten gibt, um praktische Dinge auszuprobieren. Für KSM habe ich mich auch entschieden, weil ich Flensburg so lebenswert finde. Und: Im Studium habe ich Freunde fürs Leben gefunden.

2. Was machst du zurzeit beruflich? Was ist dein beruflicher Werdegang?

Ich arbeite als Content-Marketing-Redakteurin beim sh:z Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag. Das ist für mich ein toller Beruf, da er die beiden Bereiche Journalismus und Marketing verbindet.

Ich konnte mich früher nur schwer entscheiden, ob ich lieber als Journalistin oder im Bereich PR/ Marketing arbeiten möchte, weil ich beide Berufe reizvoll fand. Nach dem Studium war ich zunächst zwei Jahre in Hamburg als Managerin für Marketing & PR für das Softwareunternehmen ppi Media tätig.

Zuvor habe ich mit Jytte Hoffmann in meinem letzten KSM-Jahr das Campusmagazin „zeile_ 9“ gegründet und viele Jahre geleitet. Gekrönt wurde das Projekt von mehreren Preisauszeichnungen, u.a. als „Beste Studierendenzeitschrift 2017“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit zeile_9 habe ich mich also in meiner Freizeit journalistisch ausgetobt und beruflich für die PR-Branche entschieden. So konnte ich beiden Interessen nachgehen.

3. Wie sieht dein beruflicher Alltag aus?

Ich bin beim sh:z Teil der Abteilung Media Solutions. Wir sind wie eine kleine Agentur innerhalb des Verlages. Meine Hauptaufgabe ist die redaktionelle und konzeptionelle Betreuung von Werbekunden. Ich schreibe also Artikel für die digitale Nachrichtenseite shz.de, die zuvor von Kunden gebucht wurden. Inhaltlich bilden die Artikel immer einen Kommunikationsbedarf ab, z.B. geht es um Recruiting, besondere Events, die Geschichte des Kunden oder Produkte und Dienstleistungen. Zudem gebe ich Social-Media-Schulungen und texte Landingpages. Es macht mir Spaß auf Ziele hinzuarbeiten, die ich anhand von Zahlen, Statistiken und Budgets konkret auswerten kann.

4. Kannst du deinen beruflichen Werdegang mit dem Master KSM verbinden?

Besonders die medienwissenschaftlichen Kurse fand ich hilfreich. Am meisten hat mich wohl mein ehrenamtliches Engagement bei „zeile_9“ weitergebracht, da wir uns im Team komplett eigenständig um Aspekte wie Finanzierung, Themensuche, Recherche, Layout, Redaktion und Gestaltung gekümmert haben. Meine Praktika habe ich bei der dänischen Tageszeitung „Nordschleswiger“ absolviert und beim International Center der EUF, im Rahmen der Organisation vom „Fest der Kulturen“. Ansonsten habe ich das gesamte Studium über in der Pressestelle eines Forschungsinstituts gejobbt und auch dort viel mitnehmen können.

5. Hast du Tipps und Tricks für aktuelle KSM-Studierende?

KSM bietet einem als Student*in sehr viele Möglichkeiten sich auszuprobieren. Man sollte seine Studentenzeit genießen, aber gleichzeitig auch nutzen um praktische Erfahrungen zu sammeln. Wenn man sich engagiert, macht das Studium auch mehr Spaß, als wenn man einfach nur Kurse absitzt. Es ist super hilfreich bereits nebenbei zu arbeiten um Bereiche zu finden, die einen auch über das Studium hinaus interessieren. Auch Praktika öffnen einem die Augen, ob bestimmte Berufe wirklich erstrebenswert sind, oder das eigene Interesse doch woanders liegt.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Julia Gohde für das tolle Interview!

von Lisa Weldishofer

5 Fragen an Klaus von Stackelberg

Fachschaft und Studiengangleitung haben sich gemeinsam fünf Fragen an Dozierende des Studiengangs überlegt, die Studierenden die Gelegenheit geben sollen die Dozent*innen ein wenig besser kennenzulernen.

Klaus von Stackelberg – Webseite der HS Flensburg

Portrait von Klaus von Stackelberg

1. Wie sind Sie zu Ihrem Forschungsschwerpunkt gekommen?

Als Lehrender an einer Fachhochschule (UAS) ist die Forschungstätigkeit für mich bisher tendenziell im Hintergrund gewesen – leider. Ich habe neben meinen Lehraufgaben (in den Fachgebieten Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre) aber immer eine Reihe von Projekten (anwendungsorientierte Auftragsforschung, Drittmittel-Projekte im Bereich hochschulbezogener Qualitäts- und Organisationsentwicklung) durchgeführt resp. leite derzeit noch ein Projekt zur Vorbereitung der Systemakkreditierung an meiner Hochschule (HS Flensburg).

2. Welches war ihr bestes KSM-Seminarthema bisher, und was wäre ein Wunschthema für die Zukunft?

Bisher kann ich sehr zufrieden auf alle Veranstaltungsthemen im Bereich der BWL zurückschauen. Die Rückmeldungen seitens der Studierenden während des Veranstaltungsverlaufes sind so anregend, dass ich bislang alle geplanten Themen behandeln und bei Interesse um Spezifisches anreichern konnte. Wünschen würde ich mir weniger knappe Zeit, um die in der KSM-Gruppe erkennbare Neugier auf volkswirtschaftliche Bezüge der verschiedenen BWL-Themen noch mehr behandeln zu können.

3. Welches Buch hat Sie besonders beeinflusst, bzw. sollte man unbedingt gelesen haben?

Mich haben Lehrbücher (alte wie auch aktuelle) zu den Themenbereichen Neue Politische Ökonomie zum einen und Regional- und Entwicklungspolitik immer sehr interessiert. Offengestanden komme ich leider viel zu wenig dazu, mir noch mehr Fachliteratur insbesondere zum Thema „Transformation“ mit Blick auf Gemeinwohlökonomie -Klimaschutz – Gesellschaftlicher Umbau anzueignen. Empfehlen kann ich Karl R. Popper und John c. Eccles „Das Ich und sein Gehirn“. Das Buch habe ich während meiner Studienzeit (1982) verschlungen. Gerne würde ich es mir jetzt mit knapp 40 Lebensjahren mehr auf den Schultern und im Kopf nochmal in Ruhe durchlesen.

4. Ist das Glas halb voll oder halb leer?

halb voll !

5. Welchen Rat würden Sie, rückblickend aus eigener Erfahrung, Ihrem Studierenden-Ich geben?

Die eigenen Zielsysteme und Prioritätensetzungen immer wieder konstruktiv-kritisch betrachten, Neugier auf andere Themen entwickeln und Grenzen testen, Kommunizieren und Netzwerken, wertschätzenden Umgang mit der Umwelt i. w. S. pflegen !

5 Fragen an Sven Sonne

Fachschaft und Studiengangleitung haben sich gemeinsam fünf Fragen an Dozierende des Studiengangs überlegt, die Studierenden die Gelegenheit geben sollen die Dozent*innen ein wenig besser kennenzulernen.

Sven Sonne – Webseite der EUF

1. Wie sind Sie zu Ihrem Forschungsschwerpunkt gekommen?

Der Forschungsgegenstand – Film – ist zu mir nach Hause gekommen, als ich noch ein Kind war. In unserer Familie wurden viele Filme geschaut und es kam auch drauf an, was und von wem die Filme jeweils waren. Und für zum Beispiel unverständlicherweise spätabends gesendete Charlie-Chaplin-Filme gab es das Konzept des „Vorschlafens“: früh ins Bett gehen und dafür zu Sendebeginn geweckt werden. Das hat Filmen eine Dringlichkeit und einen Wert verliehen, die bis heute bestehen. Verändert und – hoffentlich – erweitert haben sich natürlich Blick und Erkenntnis(-interesse).

2. Welches war ihr bestes KSM-Seminarthema bisher, und was wäre ein Wunschthema für die Zukunft?

Aus der bisher schmalen Auswahl würde ich mich für „Kunst im Film“ entscheiden. Das habe ich schon mehr als einmal angeboten und konnte so lernen, was ich das nächste Mal besser mache. Und was ich besser nicht mache. Abgesehen davon: Es war spannend zu sehen, wohin sich das Seminar entwickelt hat, wie die Studierenden es verändern, erweitern und prägen, trotz aller geplanten Struktur.

Für die Zukunft? Wie Tanz in einem Film unmittelbar die dargestellte Welt verändern kann, finde ich schon lange faszinierend. Allerdings habe ich bisher noch gezögert, darum herum ein Seminar zu konstruieren.

3. Welches Buch hat Sie besonders beeinflusst, bzw. sollte man unbedingt gelesen haben?

Das finde ich schwierig. Erstens sind es natürlich etliche Bücher (jeden Tag würde die 10er-Liste anders ausschauen). Und zweitens habe ich Sorge, dass ich das hier genannte Buch beim Wiederlesen auf einmal langweilig, banal oder prätentiös fände.  Aber ich versuch’s mal: In „Rabbit Redux“,  dem zweiten Buch der Rabbit-Tetralogie von John Updike, findet an einer einzigen Stelle (auf fast 2000 Seiten) ein vorübergehender Perspektivwechsel statt. Dass der sich so erschütternd auswirkt, liegt vor allem daran, dass er den Protagonisten in einer Weise relativiert, von der dieser sich nicht mehr erholen wird. Das hat mich als Leser verändert. Ein paar weitere ungeordnet durch den Kopf rauschende Bücher, an die ich immer wieder denken muss: The Glass Key (Dashiell Hammett), The Blazing World (Siri Hustvedt), Limonov (Emmanuel Carrère), Aufzeichnungen aus dem Kellerloch (Dostojewski)

Aber wahrscheinlich ist vor allem ein wissenschaftliches Buch gemeint und hier fällt mir zuerst „Visual Style in Cinema – Vier Kapitel Filmgeschichte“ von David Bordwell ein. Instruktiver und eleganter habe ich mich bisher selten über grundlegende Formen visueller Arrangements im Film unterrichtet gefühlt.

4. Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Kommt drauf an, was drin ist. Bier: schade, schon halb leer – H-Milch: verdammt, noch halbvoll

5. Welchen Rat würden Sie, rückblickend aus eigener Erfahrung, Ihrem Studierenden-Ich geben?

Konkrete Ratschläge habe ich nicht zur Hand, aber vielleicht ganz allgemeine: Lies die schwierigen Bücher jetzt, später sind sie auch nicht viel einfacher. Außerdem ist es meine Erfahrung, dass es sich für mich meistens gelohnt hat, einen Fuß in Bereiche zu setzen, wo über andere Dinge gesprochen wird als über die, die ich (ohnehin schon) mochte und die mir nah und vertraut waren. Das hat sowohl den Horizont als auch den Blick auf die vertrauten Gegenstände erweitert.

5 Fragen an Dr. Johannes Schmid

Fachschaft und Studiengangleitung haben sich gemeinsam fünf Fragen an Dozierende des Studiengangs überlegt, die Studierenden die Gelegenheit geben sollen die Dozent*innen ein wenig besser kennenzulernen.

Dr. Johannes Schmid – Webseite der EUF

Portraitfoto Dr. Schmid

1. How did you decide on your field of study?

For American Studies, in general, the fact that my mother was an English teacher probably was a significant influence. She was very much focused on British culture, however, so perhaps, my American focus was rebellious in some small way. I simply found (and still do!) that American literature includes the most interesting texts which speak to me the most. My focus on (nonfiction) comics is something that came out of my own studies at the University of Hamburg. I had a mentor who specializes in comics studies, and this sparked my own interest. I have a general fascination with attempts to represent reality through language, media, and so on, and the impossibility to ever do so in full. This impasse between private experience and interpersonal or public communication is especially interesting in graphic nonfiction.

2. What was your best KSM seminar topic to date, and what would be a desirable topic for a future KSM seminar?

I haven’t taught in KSM so far, but I very much look forward to doing so! For my first one, I want to do a general survey of different documentary media. It will be cool to discuss the affordances and constraints of different media and to talk about documentary ethics and impulses more broadly.

3. What book has particularly influenced you, or is a must read?

Although I don’t think there is that one book that everyone should have read, here we go! Cormac McCarthy’s Blood Meridian remains a favorite of mine. For non-American works, Haruki Murakami’s Kafka on the Shore I found truly fascinating as well. Often, books that take you out of your comfort zone and/or offer different perspectives like Toni Morrison’s Beloved or Octavia Butler’s Kindred can be especially rewarding. As for comics, Art Spiegelman’s Maus and Alison Bechdel’s Fun Home: A Family Tragicomic were eyeopeners for me. When it comes to general nonfiction, Daniel Kahneman’s Thinking Fast and Slow is probably closest to what I would call an essential read that helps us reflect our own thought processes. Possibly, George Lakoff’s Don’t Think of an Elephant as well. Oh, and on the lighter side, Terry Pratchett’s Discworld series has never failed to provide comic relief for me.

4. Is the glass half full or half empty?

Different perspectives on the same glass will be just as valid and I think it is important to acknowledge this. A positive outlook is a good way to stay sane, but it should not lead us to invalidate other experiences. Also, as the Kahneman and Lakoff books will tell you, whether we perceive the glass as half full or half empty will depend on a variety of factors beyond what we would like to actively believe. That’s what I find fascinating.

5. Looking back from your own experience, what advice would you give to your former student self?

From a position where everything has (kind of) worked out in the end, I would probably tell myself to be less anxious and kinder to myself. Come to think of it, that’s probably advice I should still take to heart more.

5 Fragen an: Carina Grünewald

Name: Carina Grünewald

Arbeitgeber und Ort: Selbstständig in Rendsburg

Jobbezeichnung: Geschäftsinhaberin eines Woll- und Handarbeitsgeschäfts

KSM-Abschluss im Jahr: 2013

1. Kannst du uns ein wenig über deine Zeit an der EUF und bei dem Studiengang KSM erzählen?

Zuvor habe ich in Flensburg im Bachelor Englisch und WiPo (Wirtschaft/Politik) auf Lehramt studiert aber schnell gemerkt, dass der Beruf Lehrerin nichts für mich ist. Flensburg als Stadt und die Uni selbst haben mir aber so gut gefallen, dass ich gerne für den Master bleiben wollte und auf KSM gestoßen bin. Zunächst klang dieser Studiengang sehr spannend, aber später hätte ich beinahe abgebrochen, weil mir der Studiengang aus zu vielen verschiedenen Fachbereichen zusammengewürfelt war und ich nicht wusste, wie ich das später beruflich für mich nutzen sollte. Es braucht einfach viel Eigeninitiative, um sich nach dem Studium beruflich orientieren zu können und das hat mir damals Angst gemacht. Letzten Endes habe ich den Master aber durchgezogen und finde ihn auch immer noch gut, auch wenn er damals zu dem Zeitpunkt für mich einfach nicht wirklich das richtige war. Ich nehme auf jeden Fall nicht nur Fachliches, sondern auch viel Lebenserfahrung aus dem Studium mit und komme auch heute noch gerne nach Flensburg.

2. Was machst du zur Zeit beruflich?

Handarbeit war schon im Studium ein wichtiges Hobby für mich und so habe ich dann nach dem Studium ein zweijähriges Volontariat im redaktionellen Bereich bei einem Strick- und Häkelmagazin gemacht. Das hat einerseits sehr viel Spaß gemacht, zeige andererseits aber auch den Druck in dieser Branche, da man ständig abliefern muss. Nach einem Ortswechsel beschloss ich dann mit meinem Handarbeitswissen in den Verkauf zu wechseln und machte mich schließlich 2019 auch mit einem eigenen Handarbeitsgeschäft „Wollkaufladen“ selbstständig. Also ist es letzten Endes was ganz anderes als das Studium, aber es ist etwas Eigenes und Schönes. Mir gefällt es, dass ich meine eigene Chefin bin und bestimmen kann, wann, wie und wie viel ich arbeite.

3. Wie sieht dein beruflicher Alltag aus?

Grundsätzlich bin ich natürlich viel im Laden tätig und mache dort die Beratung und den Verkauf meiner Ware. Außerdem stricke ich viele Dinge, um sie anschließend als Verkaufsmodelle im Laden auszustellen und schreibe und übersetze Anleitungen aus dem Englischen. Auch Einkauf der Waren und die Buchhaltung sind ein großer Teil, doch manches delegiere ich auch an meine Mitarbeiter*innen. Bei Social Media sind wir ebenfalls vertreten und die Konten bei Facebook und Instagram und der Blog müssen regelmäßig gepflegt und mit neuen Postings versorgt werden. Inzwischen habe ich seit der Pandemie auch einen Online-Shop dessen Bestellungen bearbeitet werden müssen.

4. Kannst du deinen beruflichen Werdegang mit dem Master KSM verbinden?

Sprachlich haben mir die Kurse von Linguistik weitergeholfen und ich bin auch schließlich mit der Masterarbeit in der Linguistik gelandet, da Stricker*innen in der Szene ein ganz eigenes Vokabular verwenden. Außerdem haben mir auch die Kulturkurse ein gewisses Verständnis vermittelt, da es sich auch bei Handarbeit um eine Form von schaffender Kultur handelt. Die BWL-Kurse aus KSM waren für mich nicht unbedingt etwas Neues, da ich dieses Wissen bereits zuvor in meinem Bachelor auf Lehramt mit WiPo gelernt habe. Das Studium deckt aber eben hauptsächlich nur die Theorie ab, das meiste lernt man dann erst in der Praxis. Mein Praktikum hatte ich bei einem kleinen Verlag in Malmö gemacht, der unter anderem Gedichte von Geflüchteten aus der jeweiligen Landessprache ins Schwedische übersetzt und ich durfte mit ihnen auch auf eine kleine alternative Buchmesse nach Stockholm fahren. Auch wenn ich letztendlich nicht in dieser Branche gelandet bin, hat das trotzdem großen Spaß gemacht.

5. Hast du Tipps und Tricks für aktuelle KSM-Studierende?

Genießt eure Studentenzeit und sammelt Erfahrung! Grundsätzlich kann man ja doch viel mitnehmen aus dem Studiengang und selbst, wenn es einem nicht vollkommen zusagt, aber man wird definitiv nicht mit leeren Händen aus diesem Studium gehen. Wichtig ist, dass man Eigeninitiative zeigt und sich schon im Studium umsieht, wo man vielleicht noch ein Praktikum oder im Anschluss ein Volontariat machen könnte.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Carina Grünewald für das tolle Interview!

von Lisa Weldishofer

5 Fragen an Prof.in Dr.in Friederike Rückert

Fachschaft und Studiengangleitung haben sich gemeinsam fünf Fragen an Dozierende des Studiengangs überlegt, die Studierenden die Gelegenheit geben sollen die Dozent*innen ein wenig besser kennenzulernen.

Prof.in Dr.in Friederike Rückert – Webseite der EUF

Prof. Dr. Friederike Rückert

1. Wie sind Sie zu Ihrem Forschungsschwerpunkt gekommen?

Innerhalb meines Lehramtsstudiums Kunst und Französisch für Gymnasien an der Muthesius Kunsthochschule und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel habe ich den Schwerpunkt „Medienkunst“ gewählt. Hier entwickelte ich Videoinstallationen, die ich zum Beispiel im öffentlichen Raum gezeigt habe. Meine Leidenschaft hierfür wurde so groß, dass ich mich dazu entschied, auch noch ein Studium der Freien Kunst mit Schwerpunkt Medienkunst sowie ein Aufbaustudium Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Film an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg zu absolvieren. Alles drehte sich für mich um Bewegtbilder und wie man diese gestalten, experimentell erforschen, kombinieren und räumlich präsentieren kann. Nach dem Studium habe ich mich als Videokünstlerin und Filmemacherin selbstständig gemacht. Und dann bin ich immer mehrgleisig gefahren: Zum einen wurde ich Lehrerin, zum anderen habe ich Videokunst gemacht. Irgendwann wurde mir klar, dass man das auch kombinieren kann, zum Beispiel indem man untersucht, wie man das Thema „Bewegtbild“ im Kunstunterricht unterrichten kann. Bis heute verfolge ich aber mehrere Wege und arbeite zum Beispiel aktuell wieder selbst als Künstlerin im Bereich Videokunst.

2. Welches war ihr bestes KSM-Seminarthema bisher, und was wäre ein Wunschthema für die Zukunft?

Am besten fand ich das Seminar „Video killed the radio star“, in dem es um Musikvideos ging. Das hat vor allem einen Grund: Es hat unglaublich gute Laune bereitet, nicht nur die Videos zu analysieren, sondern auch die Musik dabei genießen zu können. Außerdem ist das Genre Musikvideo in beständiger Entwicklung und zeichnet sich durch viele höchst innovative Gestaltungsideen und Umsetzungen aus. In das Seminar integriert war ein Gastvortrag des Musikvideoregisseurs Timo Schierhorn. Timo zeigte und erklärte den Studierenden, wie einige seiner besten Musikvideos – zum Beispiel das Video für „Denken Sie groß“ von Deichkind (gemeinsam mit Till Nowak und UWE) – entstanden sind. Wir haben die Veranstaltung für alle Interessierten der EUF und der Hochschule Flensburg geöffnet und hatten 150 Teilnehmer:innen! Da zeigte sich deutlich, dass das Thema Musikvideo auch für die Studierenden von Bedeutung ist.

3. Welches Buch hat Sie besonders beeinflusst, bzw. sollte man unbedingt gelesen haben?

Es gibt ein Buch, das mich nie richtig losgelassen hat, obwohl ich es mir manchmal gewünscht hätte, und zwar „The Lovely Bones“ (2002) von Alice Sebold. Es ist aus der Perspektive einer Teenagerin geschrieben, die vergewaltigt und ermordet worden ist und anschließend aus dem Himmel beobachtet, wie es auf der Welt ohne sie weitergeht. Das war für mich zum einen kaum auszuhalten und zum anderen konnte ich nicht aufhören, dieses Buch zu lesen. Es hat mich förmlich „aufgesaugt“.

4. Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Bei mir ist es auf jeden Fall farbig. Hell- oder dunkelblaue oder auch türkisfarbene Gläser mag ich am liebsten, sie erinnern mich an das Meer oder den Himmel. Vor allem wenn das Wasser darin kalt ist.

5. Welchen Rat würden Sie, rückblickend aus eigener Erfahrung, Ihrem Studierenden-Ich geben?

Mutig sein und sich zutrauen, die eigenen Ziele zu verfolgen. Und dafür all das nutzen, was die Universität einem bietet! Man studiert in erster Linie ja für sich selbst, nicht für die Eltern oder die Dozierenden der Universität. Oft kann man eigene Schwerpunkte setzen und sich dadurch spezialisieren. Und damit kommt man dem eigenen Berufswunsch Stück für Stück näher. Auch Praxiserfahrungen finde ich sehr wichtig. Zum einen dienen sie dem Abgleich, ob das, was man machen möchte, auch wirklich so ist, wie man es sich vorstellt, zum anderen können Praxiserfahrungen der Selbstreflexion dienen, indem sie einem verdeutlichen, was man schon gut kann und was noch nicht. Nicht selten ergeben sich aus Praxiserfahrungen dann auch spätere Tätigkeiten.

5 Fragen an Dr.in Rebekka Rohleder

Fachschaft und Studiengangleitung haben sich gemeinsam fünf Fragen an Dozierende des Studiengangs überlegt, die Studierenden die Gelegenheit geben sollen die Dozent*innen ein wenig besser kennenzulernen.

Dr.in Rebekka Rohleder – Webseite der EUF

1. How did you decide on your field of study?

I am a literary scholar, who specializes in areas such as British Romanticism, literary space, and depictions of work in contemporary British and Irish literature and culture. Which may sound like the pursuits of a bookworm who retires to a library most of the time. And of course I am a bit of a bookworm. Comes with the territory. But looking back, my choices of fields that interested me have always developed very much in a social process. Essentially, from a variety of subjects that I could have studied, and then from a variety of topics that I could have ended up researching for my PhD and afterwards, I guess I always chose the ones which I found that I could talk about with people whom I liked.

2. What was your best KSM seminar topic to date, and what would be a desirable topic for a future KSM seminar?

I only joined the EUF in 2019, so I have, at the time of writing (Summer 2021), taught all of three KSM seminars in literary and cultural studies, two of which had to be moved online because of the pandemic, and were thus not quite typical. I enjoyed all three seminars, but I guess I should postpone making a choice of best topic until I have taught some more. As for future seminars, I would love to do something with literary translation as a form of cultural contact at some point.

3. What book has particularly influenced you, or is a must read?

How should a literary scholar answer that? All of them? If I really have to narrow it down, everything by Virginia Woolf is definitely a must read! (In light of some of the effects of the pandemic, her essay A Room of One’s Own might in fact be a good place to begin.)

4. Is the glass half full or half empty?

„Always look on the bright side of life!“

5. Looking back from your own experience, what advice would you give to your former student self?

Being confused is part of the process of figuring something out.