Praktikumsbericht: Bonnier Rights

von Anaëlle H.

Ich habe mein Auslandspraktikum bei Bonnier Rights in Stockholm gemacht. Bonnier Rights gehört zu Bonnier Books, die wiederum zur Bonnier Group gehören. Die Mediengruppe, die auch ihren Hauptsitz in Stockholm hat, vereint hauptsächlich Buch- und Zeitungsverlage aus zwölf verschiedenen nordeuropäischen Ländern miteinander, ist jedoch auch an Film- und Fernsehproduktionen beteiligt. Bonnier Rights ist eine der größten Literaturagenturen Schwedens. Sie ist dafür zuständig, die Buch- und Übersetzungsrechte, der hauptsächlich schwedischen Bücher von Bonnier Books, in das internationale Ausland zu verkaufen. Unser Kernteam bestand mit mir aus fünf Agentinnen, deren Aufgabenbereiche nach Genres oder Zielgruppen ausgerichtet waren. So waren einige z.B. auf Sachbücher, Romane, Krimis oder Kinderbücher spezialisiert. Die Agentinnen reisen auch häufig zu internationalen Buchmessen, ich war jedoch die ganze Zeit im Verlag in Stockholm.

Ich habe größtenteils die Bereiche Kinderbuch und Nordic Manga unterstützt. Für das Kinder-buch habe ich z.B. Pitches vorbereitet, in denen alle relevanten Infos, Rezensionen, USPs und eine Zusammenfassung des Buches enthalten waren. Diese wurden dann als Marketingmaßnahme weltweit an Verlage oder andere Agenturen verschickt. Der Bereich Nordic Manga war gerade erst dabei, sich zu etablieren, sodass ich hier hauptsächlich dabei geholfen habe, internationale Verlage ausfindig zu machen, die Interesse an Manga oder Graphic Novel haben könnten. Außerdem durfte ich an Meetings teilnehmen, in denen z.B. besprochen wurde, welche Titel in die nächste Vorschau aufgenommen werden oder wie gut sich welche Titel im Ausland verkaufen.

Meine Kolleginnen haben hauptsächlich auf Englisch kommuniziert und für mich auch alle Meetings auf Englisch abgehalten. Da die Agentur sehr viel Kontakt ins Ausland hat, war es gar kein Problem, das Praktikum auf Englisch durchzuführen. Ich glaube, darin lag zugleich auch meine größte Herausforderung, von Anfang an sehr viel direkten und internationalen Kund*Innenkontakt zu haben, der zu potenziellen Deals führen könnte. Mein Team war allerdings sehr lieb und hilfsbereit, sodass ich immer Fragen stellen konnte, mich nie hilflos gefühlt habe und eine ganz neue Verlagsperspektive kennenlernen durfte.

Praktikumsbericht: Schleswiger Nachrichten

von Paula M.

Im Sommer 2024 habe ich ein sechswöchiges Vollzeitpraktikum bei den Schleswiger Nachrichten, die Teil des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages sind, absolviert. Es war mein erstes studienbezogenes Praktikum, da mein Bachelorstudium zum Großteil während der COVID-19 Pandemie stattfand. Die Tage davor war ich dementsprechend nervös, zumal ich noch nie vorher in Schleswig war. Wie sich rausstellte, waren die Sorgen allesamt unbegründet: das Team war klein und sehr freundlich, die Arbeitsatmosphäre angenehm und meine Unkenntnis der Stadt stellte sich auch als eine Art Vorteil heraus, da ich so Schleswig als Teil meines Praktikums erkunden konnte. In den sechs Wochen habe ich etwa 15 Zeitungsartikel verfasst und veröffentlicht, darunter Umfragen, Interviews, Kurzmeldungen und Berichte. Ich habe unteranderem zu Themen wie Urlaub und Ausflüge in und um Schleswig, kommende Veranstaltungen in der Stadt, Bürgerbelange, sowie Neuigkeiten geschrieben. So ziemlich alles davon war neu für mich und dennoch wurde ich nie unfreiwillig „ins kalte Wasser geworfen“, sondern habe immer mitentschieden. Dadurch war es für mich die perfekte Mischung aus nie gelangweilt sein, aber auch nicht überfordert werden. In meiner Praktikumszeit habe ich viel gelernt, insbesondere wie wichtig zielgruppenorientiertes Schreiben ist. Am Ende des Praktikums wurden mir sowohl eine Stelle als freie Mitarbeiterin als auch ein Volontariat im Verlag angeboten. Auch wenn es mich beruflich dann doch in eine andere Richtung gezogen hat, haben mir die Erfahrungen während des Praktikums sowohl beim Schreiben meiner Masterarbeit als auch in Jobs und Praktika, die ich seitdem absolviert habe, immer wieder geholfen und ich bin sehr froh, auf diese Fertigkeiten zurückgreifen zu können. Ich empfehle das Praktikum all denjenigen, die ihren Horizont erweitern möchten, ihre Schreibfähigkeiten und journalistischen Fertigkeiten ausbauen und Berufserfahrung in einem vielseitigen Bereich sammeln wollen.

Praktikumsbericht: Deutsches Museum Nordschleswig, Sønderborg / Dänemark

von Paula M.

Mein Auslandspraktikum habe ich im Deutschen Museum Nordschleswig in Sønderborg, Dänemark, von August bis Oktober 2025 absolviert. Ich bin ohne große Erwartungen oder Vorstellungen in das Praktikum gegangen und habe in Gesprächen mit der Museumsleitung und Archivleitung einen Themenschwerpunkt für mein Praktikum gefunden. Daraufhin habe ich die meiste Zeit mit der Fragestellung verbracht, warum sich so viele Nordschleswiger (dänische Staatsbürger, die Teil der deutschen Minderheit sind) während des zweiten Weltkriegs freiwillig für den Dienst in der Wehrmacht gemeldet haben. Zwar werden viele Menschen, mich am Anfang meines Praktikums eingeschlossen, denken „weil sie eben überzeugte Nationalsozialisten waren“, doch die Quellen zeigen, dass die Gründe und Einflüsse sehr viel vielfältiger und komplexer waren als das. Da ich in Nordrhein-Westfalen geboren und aufgewachsen bin, kam ich erst mit dem Umzug fürs Masterstudium nach Flensburg in den Kontakt mit der deutschen Minderheit in Dänemark und der dänischen Minderheit in Deutschland. Umso wertvoller war die Praktikumszeit in Sønderborg für mich, da ich insgesamt zehn Wochen lang Teil des Museumsteams war und viele verschiedene Menschen aus der deutschen Minderheit kennenlernen durfte. In dieser Zeit habe ich verschiedenste persönliche Nachlässe und Texte gelesen, aus denen die Gründe für eine Freiwilligenmeldung hervorgingen und in denen die komplexe Realität der Zeit immer sichtbarer wurden. Das Praktikum hat mich darin bestärkt, wie wichtig es ist, nicht in „schwarz-weiß“ Denken oder zu simple Abbildungen der Wirklichkeit zu geraten, da diese nie der Komplexität der Welt gerecht werden. Außerdem habe ich in den historischen Quellen immer wieder Parallelen zur jetzigen Zeit gefunden, wie zum Beispiel Textstellen, die Aussagen der AfD widerlegen. Für mich hat dies untermauert wie wichtig die Auseinandersetzung mit Geschichte ist und dass insbesondere die Geschichte der beiden deutsch/dänischen Minderheiten nicht nur von regionalem Interesse ist, sondern einen wichtigen Einblick in die deutsche Geschichte der letzten zwei Jahrhunderte sowie aktuelle Bewegungen darstellt. Somit ist das Praktikum für alle empfehlenswert, die sich für Geschichte, die Region Nord- und Südschleswig und ihre Menschen interessieren, sowie Menschen, die Museumsluft in einem familiären und überschaubaren Rahmen schnuppern wollen. Insgesamt war das Deutsche Museum Nordschleswig ein sehr flexibler Praktikumsplatz. So war es zum Beispiel kein Problem, dass ich montags und dienstags weiterhin als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni Flensburg gearbeitet habe. Mittwochs bis freitags bin ich dann mit dem Bus nach Sønderborg gependelt. Für den Umfang der 180 Stunden war dies auf jeden Fall machbar, für einen längeren Praktikumszeitraum würde ich das jedoch nur begrenzt empfehlen, da man pro Strecke circa 1,5 Stunden unterwegs ist.

Praktikumsbericht: Goethe-Institut Kopenhagen / Dänemark

von Leonie S.

Ich absolvierte mein „großes Auslandspraktikum“ am Goethe-Institut Dänemark in Kopenhagen. Hier arbeitete ich 2,5 Monate (von Mitte August bis Ende Oktober) in der Kommunikation und Literaturabteilung.

Das Team des Goethe-Instituts Dänemark ist ein kleines, aber eingespieltes Team aus neun Personen und bis zu zwei Praktikant*innen. Ich lernte schnell, dass das Goethe-Institut in Dänemark andere Verantwortungen hat als in anderen Ländern – einfach aufgrund der Tatsache, dass hier bereits eine starke Nähe und Bindung zur deutschen Sprache und Kultur besteht. Da Deutsch als Fremdsprache im dänischen Schulsystem verankert ist, und deutsche Sprache und Kultur auch an verschiedenen Unis im ganzen Land studiert werden kann, sind die Berührungspunkte also ohnehin schon groß. Deshalb fokussiert sich das Goethe-Institut in Kopenhagen auf die Durchführung von Sprachtests, die Betreuung von Deutschlehrkräften und ihren Schulen und die Organisation von Veranstaltungen.

Letzteres war vor allem für meine Arbeit in der Kommunikation und Literaturabteilung interessant. Hier wurde ich in die Durchführung von Veranstaltungen und die Bewerbung dieser eingebunden. Dies beinhaltete die Aktualisierung des Veranstaltungskalenders auf der Webseite des Goethe-Instituts Dänemark mit dem CMS Contens, die Erstellung von Inhalten für Social Media zur Bewerbung der Angebote (Instagram, Facebook und hin- und wieder LinkedIn), aber auch die Vorbereitung, Begleitung und Dokumentation von Veranstaltungen, ebenfalls für Social Media. Der Fokus lag dabei auf den Kulturangeboten des Goethe-Instituts, aber auch Inhalte mit Sprachfokus waren Teil meiner Arbeit. Dabei hatte ich eine Menge kreativer Freiheiten und konnte aktiv eigene Ideen einbringen, die auf die Kommunikationsstrategie des Institutes abgestimmt waren. Besonders viel Freude machte mir hier die Erstellung von Videoinhalten, bei der ich alle Schritte – von Planung, Storytelling und Skripterstellung, über Dreh, bis hin zu Schnitt – kennenlernen oder verfeinern konnte.

Ein weiterer kleiner Teil meiner Arbeit war das Aktualisieren der Literaturdatenbank, in der deutschsprachige Literatur zu finden ist, die ins Dänische übersetzt wurde. Wenn auch die Arbeit selbst diesbezüglich an manchen Stellen monoton sein konnte, gab sie einen tollen Einblick in die Übersetzungsförderung des Instituts. Mein Highlight hier war die Zusammenarbeit mit den Kopenhagener Bibliotheken für einen Instagram-Post, bei dem das Goethe-Institut Übersetzungen deutscher Literatur empfehlen durfte.

Während meiner Praktikumszeit waren wir außerdem damit beschäftigt, den Kulturteil der Webseite neu zu strukturieren. Auch hier hatte ich viel Freude daran, die passenden Bilder auszuwählen und die Webseitentexte ansprechend und präzise zu formulieren.

Insgesamt bietet das Goethe-Institut Dänemark eine tolle Möglichkeit für ein Auslandspraktikum, das einem in (geografischer wie inhaltlicher) Nähe zur deutschen Kultur einen Einblick bietet, wie Deutschland im Ausland repräsentiert wird. Insbesondere die enge Zusammenarbeit des dänischen Institutes mit anderen Kulturinstitutionen und -akteur*innen im ganzen Land, vor allem aber in Kopenhagen, hat mich dabei sehr begeistert, da ich einen umfassenden Einblick in die kulturelle Landschaft der Hauptstadt und die Rolle des Goethe-Institutes innerhalb dieser bekam.

Praktikumsbericht: EDUCA International, Prag

von Valentin R.

Mein dreimonatiges Auslandspraktikum absolvierte ich über das Erasmus+ Programm als Social Media Trainee bei der NGO EDUCA International in Prag. Die Organisation stellt Bildungsangebote und kulturelle Angebote zur Verfügung und fördert damit die Entwicklung von Student*innen, Pädagog*innen und jungen Berufstätigen. Dabei organisiert EDUCA Aktivitäten und bietet u.a. Qualifizierungsprogramme und Praktika an. Außerdem veröffentlicht die Organisation ihre Aktivitäten und Angebote auf verschiedenen Social Media Plattformen, die es im Rahmen des Praktikums zu betreuen galt.

Für die Instagram- und Facebook-Seite erstellte ich Inhalte und veröffentlichte diese zu geplanten Zeitpunkten, manchmal auch spontan. Bei den Inhalten handelte es sich um Berichte/Fotos verschiedenster Veranstaltungen, Erasmus+ Stellenangebote, besondere internationale Tage oder einen Adventskalender. Für den Podcast arrangierte ich die Termine, war selbst in der Rolle des Interviewers und des Interviewten und lud die Folgen auf YouTube hoch. Anschließend ergänzte ich für die englischen Folgen Untertitel, um die Podcasts inklusiver zu machen. Zudem nahm ich an der dreitägigen Konferenz Czeducon teil, die sich der Internationalisierung höherer Bildung verschrieben hat.

Da ich selbst vorher weder privat noch beruflich Social Media in größerem Umfang genutzt hatte, konnte ich viele neue fachliche Fähigkeiten erlernen. Für die Erstellung der Inhalte war Canva zentral, um die Bilder und Grafiken für die Posts zu designen und bearbeiten. Außerdem konnte ich Erfahrungen mit verschiedenen Schnittprogrammen sammeln, mit denen ich Videos für die Instagram-Reels erstellt habe. Mit der Zeit konnte ich ein besseres Auge für gelungene Social Media Inhalte entwickeln. Bei der Planung und dem Upload der Posts war MetaBusiness Suite das zentrale und für mich neue Tool, um den Überblick über das Management der Kanäle zu behalten. Der Umgang mit YouTube Studio war für mich ebenfalls eine neue Fähigkeit, da ich YouTube vorher nur als Konsument genutzt hatte. Außerdem konnte ich bei der Aufnahme des Podcast technische Fähigkeiten erlernen. Diese Skills sind für mich nützlich, da verschiedenste Kulturinstitutionen Social Media zunehmend in ihre Öffentlichkeitsarbeit einbinden.

Nach einiger Einarbeitungszeit war ich mit den fachlichen Aufgaben vertraut. Herausfordernd war für mich dabei vor allem die Aufnahme von Podcasts vor laufender Kamera. Viele neue Menschen in einer fremden Umgebung zu treffen war für mich ebenfalls eine Herausforderung. Außerdem konnte ich kein Tschechisch sprechen, was sich allerdings nicht als Problem herausstellte, da die meisten Menschen gut Englisch beherrschen.

Der Gedanke internationaler europäischer Vernetzung und Bildung hat mir sehr gut gefallen und passte perfekt zu der interkulturellen Ausrichtung von KSM. Das ließ mich viele Aspekte aus dem Studium über Kulturkontakt und Sprache in der Praxis reflektieren, wenn ich sowohl Tschech*innen als auch gleichaltrige Menschen aus anderen europäischen Ländern traf. Ich konnte erfahren, wie wichtig die Arbeit einer kleinen Organisation aus dem NGO- und NonProfit-Bereich ist, um die Förderung internationaler Bildung und Austausch zu fördern. Ich durfte sowohl Tschechische als auch Traditionen und Anekdoten aus anderen Ländern kennenlernen. Das Team von EDUCA nahm mich sehr herzlich auf und unterstützte auch bei Fragen und Herausforderungen rund um meinen Auslandsaufenthalt. Zudem konnte ich viele andere Praktikant*innen aus verschiedenen Ländern dort kennenlernen und private Kontakte knüpfen. Das Praktikum war insgesamt eine erfüllende Erfahrung, die mich fachlich und persönlich weitergebracht hat.

Praktikumsbericht: Scandic Hotel Hamburger Börs Turku, Finnland

von Johanna B.

Im Sommer 2025 habe ich mein 12-wöchiges Praktikum im Scandic Hotel Hamburger Börs in Turku, Finnland absolviert. Für meine Praktikumswahl war es mir wichtig, ein Arbeitsfeld kennenzulernen, in dem interkulturelle Kommunikation, sprachliche Flexibilität und der direkte Kontakt zu Menschen eine zentrale Rolle spielen. Ein internationales Hotel erschien mir dafür besonders geeignet, da dort täglich Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft stattfinden und professionelle Kommunikation den Kern der Arbeit bildet.

In diesen drei Monaten arbeitete ich fünf Tage die Woche in wechselnden Schichten – Früh-, Mittel- und Spätschicht. Das gab mir die Möglichkeit, die unterschiedlichen Tagesabläufe kennenzulernen und meine Flexibilität im Arbeitskontext zu stärken. Mein Haupteinsatzbereich war die Rezeption, wobei ich die ersten Wochen auch im Housekeeping mitarbeitete und zusätzlich auch gelegentlich in der Bar aushalf. Durch die unterschiedlichen Einsatzbereiche konnte ich viele verschiedene Abläufe im Hotel kennenlernen und bekam einen ganzheitlichen Einblick in den Alltag eines großen, internationalen Hotels.

Ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit an der Rezeption war die Nutzung des Hotel Cloud Property Management Systems (PMS) – einer professionellen, cloudbasierten Software, die nahezu alle Abläufe im Hotel steuert: von Buchungen und Zimmerzuweisungen über die Rechnungserstellung bis hin zur Kommunikation mit dem Housekeeping und der Erstellung von Berichten und Statistiken. Vor allem am Anfang meiner Zeit an der Rezeption war das System zunächst eine Herausforderung, mich in die vielen Funktionen und Module einzuarbeiten. Doch mit der Zeit entwickelte ich eine Routine und konnte Check-ins und Check-outs, Umbuchungen und Rechnungen selbstständig und sicher durchführen. Die Arbeit mit dem Programm hat mir gezeigt, wie stark Digitalisierung, Organisation und Servicequalität im modernen Hotelalltag miteinander verbunden sind und wie wichtig technisches Verständnis für eine reibungslose Gästebetreuung ist.

Zu meinen weiteren Aufgaben gehörten außerdem das Beantworten von E-Mails, die Bearbeitung spontaner Gästeanliegen sowie die enge Zusammenarbeit mit anderen Hotelbereichen. Besonders spannend war die Kommunikation mit dem Rezeptionsteam, das überwiegend Finnisch sprach, untereinander kommunizierten wir meist auf Englisch, und Gäste betreute ich je nach Situation auf Englisch oder Deutsch. Gerade diese Mehrsprachigkeit machte den Arbeitsalltag abwechslungsreich und ermöglichte mir, mein Englisch zu verbessern und meine Grundkenntnisse in Finnisch praktisch anzuwenden.

Ein weiterer wichtiger Teil meines Praktikums war die Arbeit im Housekeeping-Team. Hier habe ich gelernt, wie zentral Teamarbeit ist, um die hohen Standards eines Hotels einzuhalten und gleichzeitig den stressigen Alltag zu bewältigen. Besonders in den Stoßzeiten war die enge Abstimmung im Team besonders wichtig, um den Wünschen aller Gäste nachzukommen und um einen reibungslosen Check-in zu ermöglichen.

Ein Highlight meines Praktikums war der Nordische Gipfel, der während meiner Zeit in Turku stattfand, mit hochrangigen Gästen, darunter auch der deutsche Bundeskanzler. Für das Hotel bedeutete dies intensive Vorbereitung, wie zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen und minutiöse Koordination zwischen den Abteilungen mit Blick auf jedes Detail. Für mich war es beeindruckend, aus nächster Nähe mitzuerleben, wie ein internationaler Hotelbetrieb auf solch ein Ereignis reagiert.

Rückblickend habe ich während meines Praktikums viel gelernt – sowohl fachlich als auch persönlich. Ich habe meine organisatorischen und kommunikativen Fähigkeiten gestärkt, gelernt, in stressigen Situationen schnell und lösungsorientiert zu handeln, und erfahren, wie wichtig Flexibilität, Spontanität und Eigeninitiative im Arbeitsalltag eines Hotels sind. Besonders spannend und bereichernd war es für mich, dass jeder Tag neue Situationen und Begegnungen brachte und kein Tag dem anderen glich.

Insgesamt hat mich das Praktikum darin bestärkt, dass ich gerne in interkulturellen und kommunikativen Berufsfeldern arbeite. Die Mischung aus Teamarbeit, direktem Gästekontakt und der Verantwortung, auch in stressigen Situationen einen klaren Kopf zu bewahren, hat mir gezeigt, wie vielseitig und lehrreich die Arbeit in einem internationalen Hotel ist. Zudem konnte ich während meiner Zeit im Praktikum viele eigenständige Aufgaben übernehmen und durfte auch eigenständige Entscheidungen treffen, z.B. Gäste upgraden oder umbuchen, Buchungen hinzufügen oder stornieren, Gästeanliegen eigenständig bearbeiten ggf. lösen. Gleichzeitig hatte ich immer ein unterstützendes Team an meiner Seite, das sofort aushalf und mir bei Fragen und Unsicherheiten mit Rat und Tat zur Seite stand.

Praktikumsbericht: STRG_F / NDR

von Essam A.

Im Juni und Juli 2024 habe ich ein siebenwöchiges Praktikum bei STRG_F, einem investigativen Format des Team Stories beim Norddeutschen Rundfunk (NDR), absolviert. STRG_F richtet sich vor allem an ein junges Publikum und veröffentlicht regelmäßig journalistische Filme zu gesellschaftlich relevanten Themen – häufig mit einem aufdeckenden, investigativen Ansatz. Die Beiträge erscheinen unter anderem auf dem YouTube-Kanal von STRG_F und erreichen dort ein breites Publikum. Das Format ist Teil der NDR-Redaktion für neue Erzählformate und nutzt moderne journalistische Mittel, um komplexe Themen verständlich und zugänglich zu machen.

Schon im Bachelorstudium habe ich Journalismus studiert, und mein besonderes Interesse galt von Anfang an dem investigativen Journalismus. Ich wollte verstehen, wie man verborgene Strukturen aufdeckt, Missstände belegt und dabei professionell, verantwortungsvoll und sorgfältig arbeitet. Das Praktikum bei STRG_F war für mich daher nicht nur eine Gelegenheit, mein Wissen zu vertiefen, sondern auch ein gezielter Schritt in die Richtung, in der ich langfristig arbeiten möchte.

Während meines Praktikums hatte ich die Gelegenheit, den gesamten Produktionsprozess einer journalistischen Videoreportage mitzuerleben. Das begann bei der ersten Themenfindung und Ideenentwicklung, reichte über die ausführliche Recherche, die Sichtung und das Einordnen von Dokumenten bis hin zu Interviews, Faktencheck, Drehvorbereitung, redaktioneller Abnahme und schließlich der Mischung und Veröffentlichung. Ich durfte bei mehreren laufenden Recherchen mitarbeiten und war eng eingebunden in die redaktionellen Abläufe.

Bereits in den ersten Wochen des Praktikums habe ich begonnen, an einer eigenen Recherche zu arbeiten. Die Redaktion hat die Idee positiv aufgenommen, und daraus ist ein investigatives Filmprojekt entstanden, das ich weiterhin begleite. Deshalb bin ich auch nach dem offiziellen Ende meines Praktikums beim NDR geblieben: Ich arbeite bis voraussichtlich Ende Juli 2025 weiter mit, nicht nur an meinem eigenen Projekt, sondern auch unterstützend bei anderen Recherchen und Filmproduktionen des Teams.

Besonders spannend fand ich, dass STRG_F Praktikant*innen aktiv dazu ermutigt, eigene Themenvorschläge einzubringen. Diese Offenheit gegenüber neuen Perspektiven hat mich sehr motiviert. Auch die Möglichkeit, bei weiteren Formaten wie „Panorama“ und der „Tagesschau“ mitzuarbeiten, war für mich eine große Bereicherung. Dort konnte ich ebenfalls bei Recherchen mitwirken und die Unterschiede im redaktionellen Arbeiten kennenlernen.

Was ich während des Praktikums besonders gelernt habe, ist die Bedeutung von Eigeninitiative und Kommunikationsfähigkeit. Wer einfach nur abwartet, wird wenig erleben. Vielmehr ist es wichtig, aktiv auf Kolleg*innen zuzugehen, sich für ihre Recherchen zu interessieren und konkrete Hilfe anzubieten. Gerade in einer Redaktion wie STRG_F, in der viele Projekte parallel laufen, muss man neugierig, offen und mutig sein, um wirklich etwas mitzunehmen. Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und Interesse zeigt, wird auch schnell mit einbezogen und lernt unglaublich viel.

Insgesamt war das Praktikum beim NDR eine sehr bereichernde und prägende Erfahrung für mich. Ich habe nicht nur wertvolle Einblicke in den modernen Journalismus gewonnen, sondern auch wichtige Fähigkeiten für meine weitere berufliche Laufbahn entwickelt – insbesondere im investigativen Arbeiten, in der Teamkommunikation und im Umgang mit komplexen Themen. Das Praktikum hat meinen Wunsch gestärkt, weiterhin journalistisch zu arbeiten, und hat mir gezeigt, wie wichtig kritische, gründliche und kreative Berichterstattung ist.

Praktikumsbericht: Goethe-Zentrum Tirana

von Maybritt P.

Vom 15. September bis zum 15. Dezember 2024 absolvierte ich ein Vollzeitpraktikum am Goethe-Zentrum Tirana, Albanien. Das Goethe-Zentrum ist Partner des Goethe-Instituts e.V. und verfolgt die Ziele, die deutsche Sprache im Ausland zu fördern, internationale kulturelle Zusammenarbeit zu stärken und ein differenziertes, zeitgemäßes Bild Deutschlands zu vermitteln.

Bereits an meinem ersten Tag wurde ich von der Leiterin mit einer Hausführung empfangen. In den darauffolgenden Tagen lernte ich das gesamte Team kennen, das aus etwa zwanzig Lehrkräften sowie rund zehn Mitarbeitenden in der Verwaltung besteht. Da mein Büro direkt ans Lehrerzimmer angrenzte, hatte ich über den gesamten Zeitraum hinweg viel Kontakt mit den Deutschlehrer*innen und hatte mehrfach die Gelegenheit, Unterrichtseinheiten zu besuchen und punktuell zu unterstützen.

Im November führte ich wöchentliche Konversationsstunden durch, in denen Schüler*innen in entspannter Atmosphäre mit mir über deutschlandbezogene Themen sprechen konnten. Darüber hinaus konzipierte und organisierte ich mehrmals Spieleabende sowie Filmvorführungen. Auch im Prüfungsbetrieb war ich eingebunden – insbesondere in der organisatorischen Vor- und Nachbereitung der Deutschprüfungen. Zu meinen weiteren Aufgaben gehörten allgemeine Verwaltungsarbeiten sowie die Betreuung des Instagram-Kanals des Goethe-Zentrums.

Besondere Highlights meines Praktikums waren unter anderem die Teilnahme an einer Konferenz in Griechenland, zu der ich das Kernteam begleiten durfte. Dort vertraten wir das Goethe-Zentrum Tirana und konnten uns mit anderen Kulturinstitutionen vernetzen. Eine weitere wertvolle Erfahrung war das Mitwirken bei der Ausstellung Fakeless des Goethe-Zentrums Athen im Rahmen des NECE-Festivals. Im Zuge dessen durfte ich auch der feierlichen Eröffnungszeremonie im Brigades Palace beiwohnen, zu der die breite Öffentlichkeit keinen Zugang hatte.

Den Abschluss meines Praktikums bildete die Albanische Deutschlehrertagung in Pogradec, die ich über mehrere Wochen hinweg mitgeplant und organisiert habe. Die Tagung war nicht nur eine organisatorische Herausforderung, sondern auch eine bereichernde Erfahrung, die mir Einblicke in die Bildungslandschaft Albaniens ermöglichte.

Besonders positiv in Erinnerung bleibt mir der kollegiale Zusammenhalt innerhalb des Teams sowie der umfassende Einblick in den albanischen Arbeitsalltag. Da der Großteil meiner Kolleg*innen einwandfrei Deutsch sprechen konnte, habe ich mich stets gut austauschen können und wurde von Beginn an ins Team integriert. Trotz des „deutschen Flairs“ den eine deutschsprachige Institution zwangsläufig mit sich bringt, haben die albanischen Normen und Verhaltensweisen sowie die Zitronen- und Granatapfelbäume auf dem Gelände für eine Erfahrung fernab der deutschen Lebensrealität gesorgt.

Eine der größten Herausforderungen stellte die Wohnungssuche dar. Ohne ein persönliches Netzwerk vor Ort gestaltete sich diese als schwierig, da das Goethe-Zentrum keine Unterkunft (mehr) zur Verfügung stellt. Letztlich entschied ich mich für ein Airbnb in der Nähe des zentral gelegenen Skanderbeg-Platzes, von dem aus ich fußläufig zur Arbeit gelangen konnte.

Insgesamt bin ich dankbar für die vielfältigen Erfahrungen, die ich während meines Praktikums sammeln durfte – sowohl im interkulturellen als auch im organisatorischen Bereich. Das Praktikum hat nicht nur meine beruflichen Kompetenzen geschärft, sondern mir auch eine persönliche und kulturelle Lernerfahrung ermöglicht, die ich nicht missen möchte.

Praktikumsbericht: Staatskanzlei Schleswig-Holstein

von Friederike S.

Vom 13.01. bis zum 14.03. habe ich ein Praktikum in der Staatskanzlei Schleswig-Holstein absolviert. Dort war ich Teil der Presse- und Informationsstelle, genauer dem Referat für „Aktuelle Informationen“, das für die Öffentlichkeitsarbeit des Ministerpräsidenten und der Landesregierung zuständig ist. Das Praktikum fand in Vollzeit vor Ort in Kiel statt. Während meines Praktikums war ich hauptsächlich im Bereich der Online-Redaktion tätig, konnte aber auch in andere Bereiche einen Einblick gewinnen. Das Team der Online-Redaktion besteht aus zwei Hauptredakteur*innen sowie zwei Werkstudent*innen, die für das Landesportal schleswig-holstein.de, die Social-Media-Kanäle der Landesregierung auf Facebook, Mastodon und X sowie den Instagram-Kanal @moin-karriere zuständig sind.

Als Praktikantin hatte ich die Möglichkeit alle Bereiche der Online-Redaktion kennenzulernen und dabei eigene Aufgaben und Projekte zu übernehmen. Da es mir persönlich wichtig war, meine Schreiberfahrung weiter auszubauen, gehörte es zu meinen Hauptaufgaben, Artikel für das Landesportal zu verfassen. Dies waren einerseits Meldungen für die Startseite zu öffentlichen Terminen des Ministerpräsidenten (z.B. Ehrungen, Veranstaltungsbesuche) oder Karriereperspektiven in der Landesverwaltung. Andererseits schrieb ich auch Artikel für die Rubrik Land&Leute im Landesportal. Hierzu recherchierte ich eigenständig bekannte Persönlichkeiten aus Schleswig-Holstein (z.B. Sportler*innen, Künstler*innen) und verfasste Texte zu ihrem Werdegang. Zum Schreibprozess der Artikel gehörte neben der generellen Recherche oft auch die Bildrecherche oder das Stellen von Bildanfragen. In der Pressestelle gehört es auch zum Praktikumsverlauf, einen Redeentwurf für einen der Termine des Ministerpräsidenten zu verfassen. Einer der erfahrenen Redenschreiber*innen aus dem Referat für Reden und Texte hat mich dabei unterstützt. Diese Aufgabe bot die Möglichkeit, mich an einer neuen Textform zu erproben und die Arbeit in einem zweiten Referat kennenzulernen. Zusätzlich übernahm ich die Neugestaltung der Präsentation für das Eingangsfoyer. Hier ging es um das Entwickeln eines neuen Designs in Canva auf Basis des Marken-Manuals Schleswig-Holsteins. Auch die Inhalte (Bilder, Texte, Über- und Unterschriften) passte ich an und stellte sie neu zusammen. Gelegentlich übernahm ich auch die Vorbereitung von Posts für Social-Media, wozu ich kurze Texte schrieb und passende Graken in Canva gestaltete. Während meines Praktikums war ich außerdem an Planungsmeetings im Bereich Webentwicklung sowie Videoproduktion beteiligt. Das Filmteam der Staatskanzlei habe ich auch auf zwei Drehtermine begleitet und dort unterstützt.

Zu meinen persönlichen Highlights zählte, dass ich auch drei Termine des Ministerpräsidenten begleiten durfte. Die Mitarbeitenden der Staatskanzlei und die stellvertretende Pressesprecherin gaben mir hier einen Einblick in die Zusammenarbeit mit der Presse bei in- und auswärtigen Terminen. Das Praktikum in der Staatskanzlei empfinde ich als eine wertvolle Erfahrung, denn es gab mir die Möglichkeit, meine beruflichen Kompetenzen weiter auszubauen. Die Mitarbeitenden haben mich sehr gut betreut und in ihr Team integriert — bereits in der ersten Woche nahm ich an Meetings teil und bekam eigenständige Aufgaben. Die Redakteur*innen haben mich beim Schreiben der Artikel intensiv gecoacht und mir langfristig wertvolle Rückmeldungen gegeben. Auch die Möglichkeit, die Arbeit der Teams und Referate neben der Online-Redaktion kennenzulernen, habe ich sehr wertgeschätzt. Insgesamt habe ich so einen umfassenden Einblick in die Öffentlichkeitsarbeit der Staatskanzlei sowie die Arbeit in einer Online-Redaktion gewinnen können.

Praktikumsbericht: Up with People

von Jeremias W.

Mein Auslandspraktikum bei Up with People war vieles – aber sicher nie langweilig. Gemeinsam mit einem kleinen, internationalen Team war ich alle acht Wochen in einer neuen Stadt – von Kalifornien bis in die Niederlande. Unsere Mission: interkulturellen Austausch lebendig machen. Wir organisierten Musical-Aufführungen, Freiwilligenarbeit und suchten mit viel Herzblut lokale Gastfamilien für über 100 Teilnehmer*innen aus aller Welt.

Was wie ein Roadtrip klingt, war oft ein Crashkurs in Improvisation, Community-Management und Kultursensibilität. Als Non-Profit-Organisation lebt Up with People von Netzwerken, Engagement – und Flexibilität. Ob ich nun Präsentationen vor Stadträten hielt oder Freiwilligenarbeit koordinierte – kein Tag war wie der andere.

Rückblickend hat mich das Praktikum nicht nur fachlich, sondern vor allem persönlich geprägt. Ich habe gelernt, dass echte Wirkung dort entsteht, wo Menschen gemeinsam gestalten – auch wenn der Weg dorthin mal chaotisch ist. Dass ich mir dieses Abenteuer nun im Rahmen meines Studiums anrechnen lassen konnte, freut mich umso mehr.