Praktikumsbericht EUF Projekt „Partners in Mobility“

von Anastasiia B.

Seit Juli 2020 arbeite ich als wissenschaftliche Hilfskraft an einem EUF-Projekt „Partners in Mobility“, das von DAAD und BMBF gefördert wird. Das Hauptziel des Projekts ist die Steigerung der Internationalisierung im Lehramtsstudium. Im Unterschied zu anderen Studiengängen, gehen verhältnismäßig wenige Lehramtsstudierende innerhalb ihres Studiums ins Ausland. Im Rahmen des Projekts, untersuchen wir, welche Hindernisse den Lehramt Studierenden, auf dem Weg ins Ausland, im Weg stehen und erarbeiten die Maßnahmen für ihre Überwältigung. Wir haben 4 Partneruniversitäten in Dänemark, Schweden, Finnland und Ungarn, mit denen wir zusammenarbeiten.

Zu meinen allerersten Aufgaben im Projekt gehörten Erstellung von einem kurzen Image-Video über das Projekt, wozu ich kürzlich extra Sony Vegas Pro (ein Videoschnitt Programm) gelernt habe. Gleichzeitig erarbeiteten wir mit anderen Hilfskräften ein Konzept für Videointerviews mit Internationalen BotschafterInnen, das sind (meistens) die Lehramtsstudierenden, die schon während des Studiums im Auslandssemester waren und die mit ihrer Erfahrung andere Studierende inspirieren wollen. Ich bediente die Kamera während der Aufnahme und bearbeitete danach die Interviews mithilfe des Videoschnittprogrammes. Für den HeSe 2020/2021 und SoSe 2021 organisierten wir zusammen mit unseren Partneruniversitäten eine Reihe der online-Veranstaltungen für EUF-Lehramtsstudierende. Es waren eine Winter School 2020, Vorlesungen von Dozierenden der Partneruniversitäten zu den Bildungssystemen in Finnland und Dänemark, Meetings mit DAAD-BotschafterInnen, lunchtime lecture series und vieles mehr. Meine Aufgaben waren es, die Technik Checks mit den Vortragenden im Voraus durchzuführen, die Links für die Meetings zu erstellen und die online-Räume während der Veranstaltungen technisch zu betreuen und in einigen Fällen die Veranstaltungen zu moderieren. Außerdem führte ich die Werbekampagnen durch, wobei ich für die Projektzwecke eine Liste der allen EUF-Fachschaften und InstitutssprecherInnen zusammengestellt habe und diese persönlich wegen unseren Veranstaltungen kontaktiert habe, mit der Bitte um Verbreitung der Informationen. Seit dem SoSe 2021 steht die regelmäßige Kommunikation mit den Internationalen BotschafterInnen und Fachschaften unter meiner Verantwortung.

Parallel zu den Veranstaltungen für Studierende, führen wir im Projekt regelmäßige Treffen mit der Projektgruppe (die Dozierende und Angestellte der EUF) und Partneruniversitäten durch, wobei ich als Betreuerin der Webex-Raum, Unterstützung bei technischen Fragen und Protokollantin (auf Deutsch und Englisch) regelmäßig tätig bin.

Im Frühling 2021, nach ungefähr 8 Monaten Arbeit im Projekt wurde mir die Hauptverantwortung für die Vorbereitung und Durchführung eines Appetizers übergeben. Im Auftrag von International Center der EUF, haben wir eine online Veranstaltung ausgearbeitet und organisiert, die eine Woche im Juni 2021 dauerte und deren Zweck die Werbung von einem Auslandssemester für EUF Studierende war. Der Appetizer verteilte sich in ein online-Quiz und Steckbriefe von Internationalen BotschafterInnen. Für die Teilnahme an dem Quiz konnte man ein Preis bekommen und die Steckbriefe der Internationalen BotschafterInnen und deren Freunde, die im Ausland waren, boten einen Überblick über ihre Auslandsaufenthalt. Die Studierenden hatten auch die Möglichkeit, zu bestimmten Zeiten die BotschafterInnen zu kontaktieren, um denen jegliche Fragen zu stellen. Die Verteilung der Information lief durch die EUF-Uni-Verteiler. Das Konzept dieser Veranstaltung wurde neu von unserem Team ausgearbeitet, da früher die ähnlichen Appetizer nur in Präsenz stattfanden. Die Vorbereitungszeit (Konzepterarbeitung, Informations- und Toolssuche für das Quiz, Kontakte zu IC und BotschafterInnen, Erarbeitung von grafischen Darstellungen, Erstellung von Quiz, Steckbriefen und Werbe-E-Mails) die Durchführung und Nachbereitung (Besorgen, Auslosen und Absenden von Preisen fangen im April an und laufen bis Ende Juli.

Zur Zeit bin ich, zusammen mit unserem Team, in der Erarbeitung von Veranstaltungen für die Einführungswoche für Erstsemesterstudierende 2021 und die EUF-Internationale Woche im Oktober 2021 beschäftigt. Wir hoffen, dass die Veranstaltungen in Präsenz stattfinden können und haben schon das Konzept der Internationalen Campusspaziergänge, voraussichtlich mit dem live-Streaming von der Projekt-Stipendiatinnen aus dem Ausland, ausgearbeitet.

Meine Arbeit im Projekt bringt mir vor Allem organisatorische Erfahrung, und ein Verständnis, wie man die internationalen Veranstaltungen an einer Universität organisieren und betreuen kann, welche Hindernisse und Schwierigkeiten vorkommen können und wie man damit umgehen muss. Ich verbesserte dadurch auch meine Englisch- und Deutschkenntnisse in Wort und Schrift, professionelle kommunikative Fertigkeiten und Fertigkeiten im Dokumentationsverkehr, Timemanagement und Teamarbeit, und ich erwarb interkulturelle Kompetenzen. Das wichtigste für mich ist jedoch, dass ich dank der Arbeit im Projekt mein gewünschtes Berufsumfeld bestimmt habe und bin mir jetzt sicher, dass ich für die Arbeit im Projekt- und Veranstaltungsmanagement brenne. Das Praktikum an dem Projekt kann ich jedem, der eigenständig und kreativ in einem internationalen Umfeld arbeiten will, aus ganzem Herzen empfehlen.

Praktikumsbericht Reykjavik International Film Festival (RIFF)

von Alexandra T.

Ich war im Sommer 2018 für 10 Wochen Praktikantin beim Reykjavik International Film Festival (RIFF) in Island. Ich begann etwa 8 Wochen vor Beginn des Festivals, um bei der Organisation und anschließend beim Festival selbst zu assistieren.

Die Aufgaben waren sehr gemischt. Anfangs gab es für Praktikanten recht wenig, und später extrem viel zu tun. Anfangs fiel typische Praktikantenarbeit an, wie zum Beispiel das Lager aufzuräumen oder eine Kontaktliste der Mitarbeiter zu erstellen. Sobald alle Abteilungen vor Ort waren, änderten sich meine Aufgaben und ich wurde Assistentin der Filmlogistik-Koordinatorin. Dort war ich dafür zuständig, alle fehlenden Filminformationen wie beispielsweise Laufzeiten, Filmstills und Biographien der Filmemacher zu besorgen und in das Festival-Managementprogramm (Eventive) einzupflegen (es lohnt sich, dieses sehr kompliziert scheinende System zu verstehen!). Dafür kommunizierte ich mit Filmemachern direkt und im Falle von größeren Filme mit den Filmverleihen und sogar mit dem auswärtigen Amt. Das gestaltete sich zuweilen schwierig und stressig, da manche Personen nicht erreichbar waren, aber die Informationen rechtzeitig für die Broschüre vorliegen mussten. Bald kamen Anfragen anderer Abteilungen sowie von der Festivalleitung für Hilfe mit deren Aufgaben hinzu, beispielsweise bezahlte ich Rechnungen für das Festival.

Die anfangs kurzen Arbeitstage wurden später sehr lang und auch Arbeit am Wochenende war im Endspurt zum Festival nicht selten. Es gab keine wirklich festen Arbeitszeiten, aber man musste seine Aufgaben erledigen, damit das Festival stattfinden konnte. Nicht alle Praktikanten hatten gleich viel zu tun oder gleich verantwortungsvolle Aufgaben; es hing stark davon ab, wie sehr man sich selbst einbrachte bzw. wie sehr einem die Kollegen vertrauten, Aufgaben gut zu erledigen. Ich konnte wertvolle Kontakte mit Mitgliedern der Industrie knüpfen, indem ich Initiative zeigte. Da es aber niemanden gab, der so richtig für die Praktikanten und deren Workload zuständig war, und ich mein Bestes geben wollte, nahm ich alle Anfragen für neue Aufgaben von unterschiedlichen Abteilungen an, und wurde am Ende ständig von mehreren Seiten beansprucht. Dadurch hatte ich kaum Zeit, alle Aufgaben zu erledigen, und fühlte mich nach dem Festival ziemlich ausgebrannt. Ich konnte also einiges über Grenzen, Kommunikation und Zeitmanagement im Beruf lernen und empfehle zukünftigen Praktikanten, Grenzen zu kommunizieren, sollte es notwendig werden.

Während der 10 Tage nach Beginn des Festivals arbeitete ich täglich vor allem im Kino, wo ich beim Ticketverkauf half sowie bei Q&A sessions, mit der Koordination von Gästelisten und bei der Ticketkontrolle. Die Koordinatorin des Ticketverkaufs war meistens abwesend, und so fiel die Verantwortung den Praktikanten und Voluntären zu. Wenn es voll war, gab es ab und zu Krisen im
Ablauf zu bewältigen. Somit waren die Abende mitunter stressig, aber vor allem aufregend. Die Arbeit zahlte sich aus mit zufriedenen Festivalbesuchern.

Etwa die Hälfte der Kollegen war isländisch, und ich konnte etwas Gefühl für die Sprache entwickeln und einzelne Wörter verstehen. Linguistisch und auch kulturell gesehen war der Aufenthalt in Island besonders wertvoll.

Ich kann ein Praktikum bei RIFF empfehlen, da es ein kleines Festival ist, in dem Praktikanten ein wirklich wichtiger Teil der Organisation sind und viel Verantwortung bekommen können. Es ist außerdem sehr spannend, ein Festival auf die Beine zu stellen!

Noch ein Tip: Es lohnt sich, sich rechtzeitig um eine bezahlbare Unterkunft zu kümmern, da Island sehr teuer ist. Ich wohnte in einer WG mit zwei anderen Praktikantinnen.

Praktikumsbericht Stadtbibliothek Husum

von Kathrin B.

Im Februar 2021 begann ich mein 10-wöchiges Praktikum in der Stadtbibliothek Husum. Meine Arbeitszeit betrug 39 Stunden in der Woche, aufgeteilt auf Präsenzzeit in der Stadtbibliothek und Arbeitszeit im Homeoffice. Da ich die erste „erwachsene“ Praktikantin in der Stadtbibliothek war, schien die Bibliotheksleitung erst etwas unsicher, ob sie „genug für mich zu tun“ finden könnte, weshalb das Praktikum vorerst für 5 Wochen angedacht war – nach drei Wochen wurde mein Praktikumsvertrag aber auf 10 Wochen verlängert.

Da zu Beginn meines Praktikums der Betrieb pandemiebedingt noch eingeschränkt war, konnte ich mich in der Bibliothek beim Sammeln der Click-und-Collect-Bestellungen und dem Einstellen zurückgegebener Medien ganz entspannt zurechtfinden und das Sortiersystem kennenlernen.

Außerdem bat mich die Bibliotheksleitung um meine Mithilfe bei der Konzeptentwicklung für die neue Webseite und für das Ferienangebot „Lüttsum,“ eine jährliche zweiwöchige Veranstaltung während der
Sommerferien unter Leitung des diakonischen Werks in Husum, bei der Kindern spielerisch Kultur nähergebracht wird. Für dieses Kulturprojekt entwickelte ich Ideen, Spiele und Puzzle sowie eine „Rahmenhandlung“.

Für die neue Webseite, die sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Entwicklung befand, las ich mich zum einen in Aspekte der Zugänglichkeit, z.B. für Menschen mit Sehbehinderung ein, und übernahm zum anderen die Gestaltung der Webseite durch Fotografien. Dazu fotografierte ich die Räumlichkeiten der
Bibliothek, erstellte Konzept- und Medienfotografien und bearbeitete diese in meiner Homeoffice-Zeit nach. Außerdem recherchierte ich Stockfotos und ihr Lizenzrecht für die Themen, für die ich selbst in der Bibliothek keine passenden Motive gefunden habe.

Ich recherchierte außerdem Möglichkeiten für die Maker-Boxen der Bibliothek – ein Angebot für Gruppen und Schulklassen, bei dem Kisten mit Material zu Themen wie Programmieren und Mechanik zur Verfügung gestellt werden. In diesem Zuge durfte ich Vorschläge erbringen, die dann umgesetzt und angeschafft wurden. Danach durfte ich die neuen Maker-Materialien gleich ausprobieren – unter anderem einen Schneideplotter und einige Lego-Baukästen, die natürlich auch gleich für die Webseite fotografiert werden wollten.

Anlehnend an den Nachhaltigkeitsgedanken von Bibliotheken arbeitet die Stadtbibliothek Husum zudem an einer Bibliothek der Dinge, bei der Alltagsgegenstände, die vielleicht nur kurz oder selten gebraucht werden, zum Ausleihen zur Verfügung gestellt werden. Auch dazu durfte ich massenweise
Ideen einbringen.

Da ich für mein Brainstorming die Plattform „padlet“ verwendet habe, fertigte ich für die Kolleginnen eine interaktive Ideensammlung an und bot ihnen eine kurze Einführung in die Funktionen der Plattform.

Als der Regelbetrieb in der Bibliothek Mitte März wieder begann, half ich außerdem im laufenden Betrieb mit.

Während meines Praktikums erhielt ich so einen umfassenden Einblick in die Abläufe nicht nur einer Bibliothek, sondern einer Kultureinrichtung im Allgemeinen, von der Kundenbetreuung bis hin zu komplexen Prozessen von Buchführung, Finanzierung und Förderung, und Verwaltung.

Die Bibliotheksleitung und die Kolleginnen waren freundlich und einladend und nahmen mich ohne Umschweife ins Team mit auf, sodass ich mich gleich willkommen fühlte. Leider war das Praktikum unentgeltlich – ich kann die Stadtbibliothek Husum aber trotzdem wärmstens als Praktikumsort empfehlen.

5 Fragen an: Anja Bohm

Name: Anja Bohm

Arbeitgeber und Ort: Europa-Universität Flensburg

Jobbezeichnung: Koordinatorin im Zentrum für Sprachen

KSM-Abschluss im Jahr: 2002

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1. Möchtest du uns ein wenig über deinen beruflichen Werdegang und deine Zeit an der EUF erzählen?

Gerne. Ich bin seit 9 Jahren im Zentrum für Sprachen beschäftigt. 2012 ist das Zentrum gegründet worden, ich und eine Kollegin von mir haben das Zentrum quasi gegründet und aufgebaut. Ich habe meinen Bachelor damals in Sønderborg gemacht, war im 5. Semester in England im Auslandssemester und habe dann nach dem Bachelor weiterführend den Master, der war aber damals noch nicht akkreditiert, also das Diplom gemacht. Und während dieser Zeit habe ich im International Center als Hiwi bei Frau Bischoff-Parker gearbeitet. Da haben wir schon festgestellt, dass wir gut zusammenarbeiten und eine sehr ähnliche Herangehensweise an die Dinge haben. Und dass auch unsere Mission, also die Weltoffenheit, Menschen zusammenzubringen über Grenzen und Kulturen hinweg, eine unglaubliche Herzensangelegenheit ist. Ab da war mir eigentlich klar: Ich möchte hier arbeiten, das ist genau das was ich möchte.

Es hat eine Weile gedauert, weil es immer schwierig ist an der Uni an Stellen zu kommen, deswegen habe ich erstmal nach dem Studium andere Sachen gemacht. Ich habe dann aber vor 9 Jahren von Frau Bischoff-Parker einen Anruf erhalten und sie hat mich  gefragt, ob ich mich im neuen Zentrum für Sprachen bewerben möchte. Ich habe die Stelle bekommen und bin seitdem hier Koordinatorin und sehr glücklich darüber. Wir haben am Anfang geschaut, wo es an der Universität schon Sprachunterricht gibt. Dann haben wir erstmal diese Fäden überall aufgenommen und den sprachlichen Bedarf der Studierenden und Mitarbeitenden erhoben. Anschließend haben wir nach und nach  die Kurse  aufgebaut. Inzwischen haben wir  14 Sprachen im Angebot die auch gut gebucht sind und wir bekommen  tolle Rückmeldungen und es macht mir viel Spaß!

2. Das heißt während deines Studiums hast du schon im International Center gearbeitet. Was waren zum Beispiel deine Aufgaben dort?

Genau während des Diploms war ich als wissenschaftliche Hilfskraft tätig und habe damals einen Studiengang betreut, und zwar die Energy and Environmental Management Studies Developing Countries. Da war ich Social Tutor und habe mich um die Studierenden gekümmert und z.B. geholfen mit dem Visum, habe sie vom Bahnhof abgeholt und geschaut, dass sie sich gut einfinden. Ich hatte aber auch andere Projekte. Einmal, da sollte ich ein Alumni Treffen dieser Studierenden in Asien organisieren. Mir wurde gesagt, du hast hier dieses Budget, bitte lade alle asiatischen Alumni ein und überlege dir, wo ihr euch trefft. Dann habe ich eine Konferenz organisiert in Bangkok und das war super schön und bereichernd.

3. Und was denkst du hatte KSM damit zu tun? Wie konntest du deinen Studiengang mit deinem beruflichen Werdegang verbinden?

Oh, das ist eine sehr gute Frage. Ich glaube die Liebe zu Sprachen zum Beispiel. Ich muss aber auch sagen bei uns war es im Bachelor so, dass wir noch viel mehr Bezug zu Sprache hatten. Es war wirklich ein dreisprachiger Studiengang, wir hatten Englisch, Dänisch und Deutsch. Zum Beispiel hatte ich ein Semester Linguistik auf Englisch, dann auf Dänisch und danach auf Deutsch, so dass man sämtliches Vokabular wirklich in all diesen drei Sprachen hatte. Das war auch einer der Gründe, warum ich mich für den Studiengang entschieden habe, weil ich einfach schon immer Sprachen geliebt habe  und ich immer den Gedanken hatte, dass die Sprache dir die Tür öffnet zu Menschen, zur Kultur und zur Welt.

Aber durch das Studium habe ich dann auch angefangen, mich für Kulturstudien zu interessieren. Das hat mir auf jeden Fall ganz viel theoretischen Hintergrund gegeben. Und auch die Möglichkeit des Auslandssemesters, das war natürlich Wahnsinn. Es wäre für mich finanziell niemals möglich gewesen, längere Zeit ins Ausland zu gehen, wenn es nicht von meinem Studiengang bzw. von der EUF unterstützt worden wäre. Deswegen habe ich tolle Möglichkeiten dadurch bekommen. Und eben auch die Tätigkeit an der Uni, also meine Anstellung als studentische Hilfskraft hat mir diesen Bereich aufgezeigt. Im Grunde war das wie ein Praktikum für mich.

4. Möchtest du ein wenig über deine Auslandserfahrungen sprechen?

Für mich war mein Auslandssemester in England eine totale Offenbarung. Das war sprachlich zum Beispiel ein totaler Boost für mich. Ich war in Englisch schon immer gut, aber das war kein Vergleich. Einfach dort zu leben und komplett einzutauchen, das war total krass für mich. Ich bin über mich hinausgewachsen. Du lernst dich selbst ganz anders kennen und stellst fest, wie du eigentlich in einer für dich fremden Umgebung reagierst, und dass es dir auch mal schlecht gehen wird, damit, aber auch dass du selbst Möglichkeiten findest, da rauszukommen.

Mein Auslandsaufenthalt hat mich gestärkt und mir auch gezeigt, dass ich das kann. Und das ist eine unglaublich bereichernde Erfahrung, die man anders nicht simulieren kann. Das hat wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen und auch dieser intensive Kontakt mit Menschen und Kulturen hat mir gezeigt was für mich ein unglaubliches Anliegen ist, wofür ich mich auch als Botschafterin sehe: Wir sind, obwohl wir anders aussehen, andere Muttersprachen haben und vielleicht andere Lieblingsgerichte, alle Menschen. Wir sind alle gleich gut oder gleich schlecht und das hat überhaupt nichts mit meiner Herkunft oder meiner Sprache zu tun. Ich glaube diese Erkenntnis war bereits in mir, aber es ist viel durch den Studiengang und die Möglichkeiten, die ich hatte, noch weitergewachsen und dafür bin ich dankbar.

5. Hast du Tipps und Tricks an KSMler*innen, irgendetwas was du gerne weitergeben würdest?

Ich glaube was wirklich unglaublich wichtig ist ist, dass man schon im Studium viel Praxisbezug hat. Dass man vielleicht wirklich viele Praktika macht und reinschnuppern kann. Denn das hat bei uns gefehlt, da das in der dänischen Studienordnung in Sønderborg nicht vorgesehen war. Im Nachhinein hätte mir das sehr viel gebracht, mehr Praxisbezug zu haben und auch wirklich vielfältigen Praxisbezug zu haben. Ich hätte zu meiner Studienzeit mehr Unterstützung und Perspektive gebraucht, vielleicht dass die diversen beruflichen Möglichkeiten auch im Studium curricular schon mehr thematisiert worden wären, denn damals war das für uns  ein großes Problem.

Das war auch längere Zeit eine Frage, die uns alle umgetrieben hat: Wo bleiben wir denn ab? Man bekommt eine breite Palette an Möglichkeit und Fähigkeiten, aber man hat auch das Gefühl, dass man von jedem etwas kann aber nichts richtig. Wie waren der allererste Jahrgang und waren fertig, aber niemand brauchte uns in dem Sinne. Es hatte niemand auf uns gewartet und dann habe ich mir oft in dem Moment gedacht; Mensch, wenn du jetzt zum Beispiel Jura studiert hättest, dann wäre dir ganz klar, wo jetzt dein Weg wäre. Man musste wirklich seine Schiene finden und erstmal gucken, wo passe ich rein und was liegt mir. Das war für mich nicht einfach. Ich habe das auch über diverse Umwege gemacht, bis ich dann hier angekommen bin.

Ich glaube aber dass jeder seine kleine Nische findet und durch das Studium, durch Auslandsaufenthalte oder Praktika neue Perspektiven bekommt.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Anja Bohm für das schöne Gespräch!

Praktikumsbericht Regionskontor Sønderjylland-Schleswig

von Antonia W.

Im Frühjahr 2020 habe ich mein großes Auslandspraktikum für 12 Wochen beim Regionskontor Sønderjylland-Schleswig in Padborg gemacht – kurz hinter der deutsch-dänischen Grenze. Das Regionskontor ist Ansprechpartner für Grenzpendler und unterstützt die Region Sønderjylland-Schleswig bei der grenzübergreifenden Zusammenarbeit. 2020 war das Jahr der 100-jährigen Grenzziehungen und sollte in dem Jahr dementsprechend gefeiert werden. Als das Praktikum im Februar anfing, waren viele Veranstaltungen geplant.

Meine Aufgaben waren vor allem Recherchen zu tagesaktuellen Themen, zum Beispiel Probleme von Grenzpendlern oder Grenzübergängen. Außerdem habe ich zusammen mit einer anderen Praktikantin eine Broschüre geschrieben, die den Bewohnern der Grenzregion Informationen zur jeweils anderen Seite der Grenze geben soll; Generelle Informationen zur Region, historische und kulturelle Hintergründe sowie ein paar Tipps zum Arbeitseinstieg. Bevor alle Veranstaltungen wegen Corona abgesagt werden mussten, konnte die Sitzung der AGEG, der Arbeitsgemeinschaft europäischer Grenzregionen, noch wie geplant durchgeführt werden. Für diese und auch andere Sitzungen davor konnte ich bei den Vorbereitungen helfen und auch während der Sitzungen immer zuhören, was wirklich sehr interessant war.

Im März und April konzentrierte sich die Recherchearbeit vor allem auf die verschiedenen Regelungen und Begrenzungen der Grenzübergänge durch Corona, sowohl in Deutschland und Dänemark als auch in den anderen Grenzregionen Deutschlands. Das Praktikum konnte zum Glück im Homeoffice fortgesetzt werden, wo ich vor allem Recherchearbeiten durchführen konnte und die angefangenen Texte für die geplante Broschüre fertigstellen konnte.

Ich kann jedem empfehlen, das Praktikum beim Regionskontor Sønderjylland-Schleswig zu machen. Ich habe viel über die grenzübergreifende Zusammenarbeit gelernt, konnte selbstständig an größeren Projekten arbeiten und auch aktuelle Themen bearbeiten. Das Team integriert Praktikant*innen von Anfang an und freut sich über jede Unterstützung.

Praktikumsbericht Goethe-Institut Irland

von Jana W.

Sind die Wiesen wirklich in Irland grüner habe ich mich gefragt, also ich im Januar 2020 mein Praktikum am Goethe-Institut in Dublin antrat. Ich interessiere mich sehr für Sprachen und Kulturen, dem Begegnen auf Augenhöhe und der Frage, ob dies überhaupt funktioniert. Da das Goethe-Institut das deutsche Institut für deutsche Sprach- und Kulturvermittlung ist, war mein Interesse groß, herauszufinden, wie das Institut arbeitet und agiert. So entschied ich mich Anfang 2020 hinter die Kulissen des Goethe-Instituts Irland zu schauen, weil ich durch vorherige Auslandsaufenthalte einen engen Bezug zur englischen Sprache habe. Und welcher Ort eignet sich da nicht besser als das charmante und schnuckelige Irland, mit all seinen Pubs, der Nähe zu Meer und der wunderschönen wilden und grünen Natur?

Anfang Januar 2020 fing ich also mein dreimonatiges Praktikum in der Sprachabteilung des Goethe-Instituts Irland an. Die Sprachabteilung ist für die Koordination des deutschen Sprachunterrichts im Institut, aber auch für die Verbreitung der deutschen Sprache an Schulen allgemein, zuständig. Am Institut selbst werden deutsche Sprachkurse nach dem europäischen Referenzrahmen für Fremdsprachen angeboten. Das heißt, Deutschlerner beginnen ihre Kurse mit A1 (Anfänger) und können bis C2 (Muttersprachenniveau) aufsteigen. Das Bestehen eines Kurses wird durch eine Prüfung gewährleistet. Einige dieser Prüfungen durfte ich Ende Januar mit beaufsichtigen. Neben den Deutschkursen gibt es jedoch auch Kooperationen mit irischen Schulen, die Deutschunterricht als Fremdsprache anbieten. Während die Sprachkurse im Institut meist von Erwachsenen wahrgenommen wurden, bietet der Fremdunterricht in Schulen Kindern und jungen Erwachsenen die Möglichkeit Deutsch zu lernen. Das GI Irland bietet jedoch auch an Samstagvormittagen Deutschunterricht für Kleinkinder an. Dies ist allerdings nicht an jedem Institut gegeben. Es kommt stark auf die Nachfrage am Deutschlernen an. Wie ich in meiner Zeit dort lernte, nehmen die Zahlen der Deutschlerner in Irland ab.

Meine regelmäßige Aufgabe war einen eigenen Blog auf Facebook zu schreiben und den Konversationskurs freitags zu „halten“. Jeden Freitag gab es das Angebot für Sprachkursteilnehmer an einem Konversationskurs teilzunehmen, welcher in der Regel von Praktikant:innen geführt wird. Der Kurs ermöglicht das Angebot, sich auf Deutsch auszutauschen als auch mit einem deutschen Muttersprachler ins Gespräch zu kommen. So haben wir bspw. über deutsches regionales Essen, die Umweltplakette oder deutsche Komponisten geredet. Nach drei Monaten war es dann auch wirklich traurig, die vertrauten Gesichter zu verlassen. Zudem habe ich in den Kursen B1 und C1 hospitiert. Es war sehr interessant zu sehen, wie Deutsch als Fremdsprache unterrichtet wird und welche Probleme gerade anglophone Sprecher mit dem Deutschen haben. In meinem Blog auf Facebook habe ich wöchentlich über deutsche „Phänomene“ geschrieben. Besonders positiv wurden die Beiträge zur Mülltrennung, roten Ampeln und dem Flaschenpfand kommentiert. Auch das Erstellen von Posts über deutsche Vokabeln, die nicht ins Englische übersetzt werden können, war spannend und herausfordern zugleich. Ich erinnere mich an einige lustige Brainstormings und ulkige Wortkonstellationen.

Neben den Aufgaben des Schreibens und Hospitierens, half ich aber auch im Büro meinen Kolleginnen Sprachkursteilnehmer in Datenbanken einzutragen und sie auf neue Kurse zu buchen. Zudem gab es einmal die Woche ein Meeting mit dem Kulturbereich und der Bibliothek, sodass ich auch dort kleine Einblicke bekommen konnte. Ich durfte sogar an einem Workshop für Poetry-Slams teilnehmen und mich textlich kreativ austoben. Auch wenn unser Mentor uns ermutigte, unsere Texte am Abend bei einer öffentlichen Veranstaltung vorzutragen, traute ich mich letztendlich doch nicht.

Ich habe meine Zeit in Irland sehr genossen, nicht zuletzt, weil meine Kolleg:innen alle sehr herzlich und offen waren. Sie ermöglichten mir einen tiefen und ehrlichen Einblick in ihre Arbeit und ich habe großen Respekt vor dem, was sie leisten. Leider konnte ich meine vollen drei Monate nicht komplett beenden, da im März 2020 Corona nach Europa kam und ich somit verfrüht nach Hause fliegen musste. Aber an die Zeit am Goethe-Institut, den urigen Pubs in Dublin, den liebenswerten Iren/Irinnen, der mitreißenden Live-Musik und der wilden Küste Irlands erinnere ich mich immer wieder gerne und mit warmen Herzen zurück. So, what’s the craic?

Und zur eingangs gestellten Frage: Ja, in Irland sind die Wiesen grüner, sogar im Winter!

Praktikumsbericht Regionskontor Sønderjylland Schleswig

von Antonia W.

Im Frühjahr 2020 habe ich mein großes Auslandspraktikum für 12 Wochen beim Regionskontor Sønderjylland-Schleswig in Padborg gemacht – kurz hinter der deutsch-dänischen Grenze. Das Regionskontor ist Ansprechpartner für Grenzpendler und unterstützt die Region Sønderjylland-Schleswig bei der grenzübergreifenden Zusammenarbeit. 2020 war das Jahr der 100-jährigen Grenzziehungen und sollte in dem Jahr dementsprechend gefeiert werden. Als das Praktikum im Februar anfing, waren viele Veranstaltungen geplant.

Meine Aufgaben waren vor allem Recherchen zu tagesaktuellen Themen, zum Beispiel Probleme von Grenzpendlern oder Grenzübergängen. Außerdem habe ich zusammen mit einer anderen Praktikantin eine Broschüre geschrieben, die den Bewohnern der Grenzregion Informationen zur jeweils anderen Seite der Grenze geben soll; Generelle Informationen zur Region, historische und kulturelle Hintergründe sowie ein paar Tipps zum Arbeitseinstieg. Bevor alle Veranstaltungen wegen Corona abgesagt werden mussten, konnte die Sitzung der AGEG, der Arbeitsgemeinschaft europäischer Grenzregionen, noch wie geplant durchgeführt werden. Für diese und auch andere Sitzungen davor konnte ich bei den Vorbereitungen helfen und auch während der Sitzungen immer zuhören, was wirklich sehr interessant war.

Im März und April konzentrierte sich die Recherchearbeit vor allem auf die verschiedenen Regelungen und Begrenzungen der Grenzübergänge durch Corona, sowohl in Deutschland und Dänemark als auch in den anderen Grenzregionen Deutschlands. Das Praktikum konnte zum Glück im Homeoffice fortgesetzt werden, wo ich vor allem Recherchearbeiten durchführen konnte und die angefangenen Texte für die geplante Broschüre fertigstellen konnte.

Ich kann jedem empfehlen, das Praktikum beim Regionskontor Sønderjylland-Schleswig zu machen. Ich habe viel über die grenzübergreifende Zusammenarbeit gelernt, konnte selbstständig an größeren Projekten arbeiten und auch aktuelle Themen bearbeiten. Das Team integriert Praktikant*innen von Anfang an und freut sich über jede Unterstützung.

Praktikumsbericht EWS GmbH & Co. KG Handewitt

von Marie C.

Zum Ende des dritten Semesters, absolvierte ich ein dreimonatiges Praktikum in der Marketingabteilung eines Fachgroßhandels und Planungsbüros für Photovoltaik. Trotz Covid-19, konnte ich dieses uneingeschränkt wahrnehmen – einmal wöchentlich wurden alle Mitarbeiter:innen auf das Virus getestet.

Mein Aufgabengebiet war breit gefächert, so wirkte ich beispielsweise aktiv an der Aktualisierung des Website-Contents mit, etwa durch Schreiben von Newsmeldungen und Aktualisierung der Marktgrafiken im Bereich erneuerbare Energien. Ebenso bereitete ich Verkaufsargumente bzw. Produktblätter redaktionell auf und übersetzte diese ins Englische, verfasste neue Produktvorstellungen und war verantwortlich für die Vorbereitung und Abwicklung von Giveaways.

Das Unternehmen EWS bietet Endkund:innen und Vertriebspartner:innen ein kostenloses PV-Planungstool an, welches einem ermöglicht, eine PV-Anlage zu planen und sich weitere Informationen rund um das Thema Photovoltaik einzuholen. In diesem Zusammenhang hatte ich einen engen Kontakt mit Endkund:innen und Vertriebspartner:innen, wobei ich auch meinen Teil dazu beitrug, neue Geschäftsbeziehungen aufzubauen und bestehende zu halten.

Während meines Praktikums konnte ich nicht nur meine Interessen und im Studium erlernte Fähigkeiten einbringen und praktisch umsetzen, das Praktikum hat mich auch darin bestärkt nach meinem Abschluss im Marketing Fuß zu fassen.

Praktikumsbericht Goethe-Institut Glasgow

von Caroline L.

Meine Zusage für ein Praktikum im Goethe-Institut Glasgow erhielt ich im November – was zu einem straffen Zeitplan bis zum Praktikumsbeginn am 15. Januar führte. Die Erasmus-Förderung wollte beantragt, das Learning Agreement ausgefüllt, mein WG-Zimmer in Flensburg unterviermietet und eine Bleibe in Glasgow gefunden werden. Letztendlich bekam ich dies alles jedoch rechtzeitig unter Dach und Fach und begann also Mitte Januar 2020 mein Praktikum in der Kulturabteilung.

Das Team des GI Glasgow ist überschaubar: die Kulturabteilung besteht aus zwei Kolleginnen, die beide eine halbe Stelle haben, außerdem gibt es die Sprachabteilung und die Bibliothek sowie das Team an LehrerInnen, die die Deutschkurse des Instituts leiten. Diese geringe Größe des Hauses trug mit dazu bei, dass ich sehr schnell ankam, mit allen MitarbeiterInnen im Haus auf kollegialem Fuß stand und auch Einblicke in die Arbeitsbereiche der anderen Abteilungen bekam. Besondere Highlights waren etwa der Tag, an dem ich die Sprachabteilung bei der Durchführung eines Workshops an einer elitären private school im nahen Edinburgh unterstützte, oder meine Einführung für einen deutschen Dokumentarfilm bei einem feministischen Filmfestival in Glasgow. Nicht nur durch diese aufregenden Events, sondern auch durch das abwechslungsreiche Tagesgeschäft in der Kulturabteilung konnte ich wertvolle Erfahrungen im Eventmanagement sammeln: so gab es etwa regelmäßige Treffen mit Künstlern und Vertretern lokaler Kultureinrichtungen, an denen ich teilgenommen habe. Mein größtes Projekt war das Erstellen eines Open Calls für eine Künstlerresidenz, die das GI zusammen mit der Alliance Française, dem französischen Sprach- und Kulturinstitut, plante. Hierfür arbeiteten die deutsche und die französische Kulturabteilung eng zusammen, was meiner täglichen Arbeit einen noch stärkeren internationalen Anstrich verlieh. Mir wurde also trotz meines recht kurzen Praktikumszeitraums von drei Monaten viel Verantwortung übertragen und auch Freiraum gegeben, um eigene Ideen einzubringen.

Leider hatte dies nicht nur Vorteile. Gerade die Tatsache, dass die Kulturabteilung aus zwei Halbtags-Kräften besteht, machte den Austausch im Team teils kompliziert, und direkt in meinen ersten Arbeitstagen war ich als neue Praktikantin die faktische Krankheitsvertretung einer der beiden Kolleginnen bei einem Event im GI. Dies stellte mich vor einige stressige Situationen, die jedoch auch sehr zu meinem großen Kompetenzgewinn während dieses Praktikums beigetragen haben.

Glasgow ist gerade für Kultur-Fans ein sehr lohnenswertes Ziel: es gibt eine Vielzahl spannender Museen und Kunstgalerien (allesamt mit freiem Eintritt), die Stadt hat eine spannende Geschichte und schöne Parks und Architektur. Auch zum Ausgehen ist Glasgow bestens geeignet. Wer jedoch die schottische Bilderbuch-Idylle sucht, ist hier eher fehl am Platz, denn Glasgow glänzt vor allem durch seinen rauen Industrie-Charme. Die wunderschöne Natur lässt sich vor den Toren der Stadt erkunden, zum Beispiel am berühmten Loch Lomond, das von der Stadt aus leicht mit dem Zug erreichbar ist, oder an der spektakulären Westküste, die ebenfalls in geeigneter Entfernung für einen Tagesausflug ist.

Ein Bericht über ein Praktikum im Jahr 2020 wäre ohne das Wort ‚Corona‘ nicht vollständig. So wurde auch mein Aufenthalt in Glasgow leider durch die Pandemie um vier Wochen verkürzt. Als Mitte März die ersten innereuropäischen Grenzen geschlossen wurden, ging das gesamte Team des GI ins Home Office und allen PraktikantInnen wurde nahegelegt, so schnell wie möglich nach Deutschland zurück zu kehren. Das Praktikum beendete ich also im Home Office in Flensburg. Auch während dieser schwierigen Situation war es schön zu sehen, wie sich die KollegInnen gegenseitig und vor allem auch die PraktikantInnen unterstützten. Daher freue ich mich auch bereits auf meinen nächsten Besuch in Glasgow und kann jedem KSMler ein Praktikum im dortigen Goethe-Institut wärmstens empfehlen.

Praktikumsbericht Stadtbibliothek Flensburg

von Lisa W.

Ich habe mich im Oktober 2020 initiativ für ein Praktikum bei der Stadtbibliothek Flensburg beworben. Daraufhin wurde mir ab November eine dreimonatige Stelle angeboten mit Gesamtumfang von 180h, in denen ich planmäßig verschiedene Abteilungen wie zum Beispiel Erwerb und Einarbeitung von Medien, Service und Betreuung der Kundeninformation, Planung und Durchführung von coronakonformen kulturellen Veranstaltungen durchlaufen sollte. Im Dezember begann mein Arbeitsalltag dann, indem ich zwei Wochen in der Kinderbibliothek eingeteilt war. Dabei begleitete ich die Leitung der Kinderbibliothek im allgemeinen Tagesgeschäft wie Einstellen von Medien oder Beratung der Leser. Zudem wurde mir auch die Arbeit hinter den Kulissen nähergebracht und ich wurde zum ersten Mal vertraut gemacht mit dem Erwerb neuer Medien und der Finanzierung durch verschiedene Etats. Leider musste die Bibliothek nach drei Wochen aufgrund des Lockdowns schließen und ich war gezwungen für einen Monat zu pausieren, während mein Aufgabenbereich neu überdacht wurde. Da es der Bibliothek erlaubt war einen Click&Collect – Service anzubieten, war das von nun an meine Hauptaufgabe. Leser konnten sich über ihr Leserkonto online jegliche Medien ihres Interesses vormerken und am Folgetag in der Bibliothek abholen. Dies wurde kontaktlos organisiert, indem die zurückzugebenden Medien in einen Rückgabekasten geworfen wurden und anschließend die neuen vorbestellten Medien durch eine Durchreiche ausgegeben werden. Meine Tätigkeit umfasste dabei das Heraussuchen der vorgemerkten Medien, der Kundenservice an der Medienausgabe sowie Verbuchung und Einstellen der zurückgegebenen Medien. Um die Anzahl der Mitarbeiter, die zeitgleich im Lesesaal arbeiten auf ein Minimum zu beschränken wurde ich außerdem mit einer Aufgabe im Homeoffice betraut. Hierfür traf ich zunächst eine Medienauswahl und schrieb anschließend eine kurze Rezension und Medienempfehlung für die Homepage und Social Media. Diese umfasste Romane, Sachbücher, Filme, Musik, Bilderbücher und Kinderbücher. Außerdem beteiligte ich mich an der Konzeption eines Social Media Postings zum Weltfrauentag. Dabei arrangierten eine Kollegin und ich eine Auswahl von inspirierenden weiblichen Biografien und listeten diese als Leseempfehlung. Des Weiteren fand an meinem letzten Arbeitstag die Lange Nacht der Bibliotheken statt, die in ganz Schleswig-Holstein am gleichen Tag abgehalten wird. Dieses Jahr musste natürlich auch diese digital stattfinden und wurde durch ein Gewinnspiel ersetzt, bei dem Leser aufgerufen wurden uns Bilder, Videos oder sonstige Inspirationen zu zusenden, welche Tätigkeit sie im Lockdown (wieder) für sich entdeckt hatten. Nach Einsendeschluss war ich am Entscheidungsprozess beteiligt, wie das Gewinnspiel digital im Livestream am besten umgesetzt werden kann und welche Einsendung welchen Preis erhält.

Nun lief das Praktikum natürlich etwas anders als erwartet, ich hatte mich sehr auf die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, wie Lesungen oder Ausstellungen gefreut. Trotzdem war es eine schöne Erfahrung mit abwechslungsreichen Arbeitsalltag. Einen Bezug zu meinen Studieninhalten konnte ich um Beispiel zur Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft herstellen, denn für die Medienempfehlung musste ich die gelesenen Medien möglichst prägnant in hundert Wörtern zusammenfassen und anschließend einer passenden Zielgruppe empfehlen. Der Bezug zur Kulturwissenschaft wurde auch deutlich als die Kollegin und ich uns Social Media Content zum Weltfrauentag überlegten. Dafür war es wichtig sich vorab selbst umfassend über die Bedeutung dieses Tages zu informieren und zu reflektieren, welche Art von Content angemessen ist und welche Formulierungen eventuell bestimmte Minderheiten ausschließen könnten.

Ich kann ein Praktikum in der Stadtbibliothek wärmstens weiterempfehlen, da ich mich für den vollen Umfang des Praktikums sehr gut betreut und integriert gefühlt habe. Mir wurden Aufgaben übertragen, die ich dann eigenverantwortlich über die Dauer meines Praktikums ausführte. Vor allem Bücherfreunde können dort aus dem Vollen schöpfen und beobachten den Prozess vom Anschaffungsvorschlag des Mediums, über den Erwerb und die Einarbeitung, bis hin zum Ausleihprozess. Auch kulturell ist normalerweise viel geboten, weshalb man bei der Organisation von (digitalen) Veranstaltungen mitwirkt.