von Rahel R.
Im Laufe meines Studiums bot sich mir die Gelegenheit an einem mehrsprachigen Buchpublikationsprojekt mit dem Titel „Basic Twi, Deutsch and English for Beginners“ der Autorin Frau Vida Obeng Kwaah mitzuarbeiten. Über einen Kommilitonen wurde ich angefragt, als Übersetzerin an der Erstellung eines Sprachführers für Kinder ghanaischer Migrantinnen und Migranten in Deutschland mitzuwirken. Das Buchprojekt setzt sich dabei zum Ziel, die ghanaische Sprache Twi an in Deutschland aufwachsende Kinder ghanaischer Eltern zu vermitteln, beziehungsweise Eltern dabei zu unterstützen, ihren Kindern ihre Sprache näherzubringen.
Das Buch ist als dreisprachiges Werk konzipiert und umfasst Twi sowie entsprechende Übersetzungen ins Englische und Deutsche. Für die englischen und deutschen Fassungen waren mein Kommilitone und ich verantwortlich. Die Mitarbeit an diesem Projekt stellte eine fachlich wie auch persönlich bereichernde Erfahrung dar, da sie nicht nur sprachliche Kompetenz, sondern in hohem Maße interkulturelles Verständnis erforderte.
Hilfreich erwies sich hierbei mein BA-Studium der Ethnologie, das mir eine differenzierte Perspektive auf kulturelle Bedeutungszusammenhänge ermöglichte. Im Verlauf der Arbeit zeigte sich rasch, dass es bei der Übersetzung nicht lediglich um die Übertragung einzelner Vokabeln ging. Insbesondere Buchabschnitte zu Gesprächssituationen, Kommunikationsformeln und Sprichwörtern stellten eine besondere Herausforderung dar. Hier war es notwendig, zwischen einer möglichst wortgetreuen Übersetzung und einer sinngemäßen Übertragung kulturell geprägter Bedeutungen abzuwägen. Viele Redewendungen und Sprichwörter sind tief im jeweiligen kulturellen Kontext verankert und verlieren bei einer rein wörtlichen Übersetzung ihre Aussagekraft. Im Vordergrund stand daher, einen Kompromiss zu finden, der sowohl die sprachliche Struktur respektiert als auch die kulturelle Aussagekraft bewahrt.
Die Zusammenarbeit erstreckte sich über einen Zeitraum von 1,5 Jahren (September 2022 – Mai 2024), wobei es Arbeitsphasen gab, die intensiver waren als andere. Während dieses Prozesses standen wir in regelmäßigem Austausch mit der Autorin, die parallel an der inhaltlichen Ausarbeitung des Buches arbeitete. Unsere Übersetzungen wurden fortlaufend zur Durchsicht und Abstimmung eingereicht, sodass ein kontinuierlicher Feedbackprozess gewährleistet war. Diese enge Kooperation ermöglichte es, sprachliche, inhaltliche und kulturelle Aspekte sorgfältig aufeinander abzustimmen und eine konsistente, qualitativ hochwertige Endfassung zu erarbeiten.
Insgesamt war das Praktikum eine große Chance, um wertvolle Einblicke in die praktische Übersetzungsarbeit im interkulturellen Kontext sowie in die Abläufe eines Publikationsprojekts zu gewinnen.